Yogyakarta ist das kulturelle Zentrum der indonesischen Hauptinsel Java. In einer Entfernung von 20 und 40 Kilometern liegen gleich zwei der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten des Landes: die Tempel Borobodur und Prambanan. In der größten muslimischen Nation der Welt zeugen sie inzwischen von der religiösen Vergangenheit.
Prambanan ist der Hindu-Gottheit Shiva gewidmet, der Borobodur ist der größte buddhistische Tempel des Inselreiches. Beide gehören zum Weltkulturerbe der Unesco, beide sind Anziehungspunkte für Touristen, und beide sind damit wichtige Wirtschaftsfaktoren für die Region. Viele Besucher beginnen ihre Indonesien-Reise in Yogyakarta.
Die Anlage ist als Viereck angelegt, umgeben von Mauern und vier großen Toren. Auf der höchsten der davon umschlossenen Terrassen liegen die drei hohen Tempel für Shiva, Vishnu und Brama. Auf einer etwas niedrigeren Ebene finden sich drei weitere, kleinere Tempel. Einige sind zugänglich, andere werden gerade restauriert - die Konservatoren sperren von Zeit zu Zeit jeweils andere Bereiche. Zahlreiche in den Stein getriebene Reliefs zeigen religiöse Szenen und Symbole.
Mitten in der Nacht fahren viele Touristen von Yogyakarta aus zum zweiten großen Tempel, dem Borobodur. Im Licht der gegen 05.45 Uhr aufgehenden Sonne ist der mächtige buddhistische Tempel mit seinen sieben pyramidenartig aufeinanderfolgenden Ebenen besonders eindrucksvoll.
Der für indonesische Verhältnisse extrem hohe Eintrittspreis von 180 000 Rupien (rund 13 Euro) berechtigt dazu, bereits in der Nacht mit der Taschenlampe zum Tempel zu gehen und auf den Stufen Platz zu nehmen, um den Sonnenaufgang zu betrachten. Über der langsam heller werdenden Ebene zu Füßen des Borobodur schält sich bald der Vulkan Merapi aus der Nacht.
Zugleich beginnt das Morgengebet der Muezzine. Ihre Lobpreisungen schallen bis zum Tempel hinauf. Für etwa anderthalb Stunden - von 04.30 bis 06.00 Uhr - lässt sich dem Anbruch des Tages zusehen. Erst danach kommt der Großteil der Besucher.
Von Thilo Resenhoeft, dpa
DIE REISE-INFOS ZU INDONESIEN
BESTE REISEZEIT: Das Klima in Indonesien ist das ganze Jahr über sonnig und heiß. Während der Regenzeit - etwa von Oktober bis März - gibt es starke Niederschläge. Die Trockenzeit ist während der europäischen Sommermonate.
ANREISE: Mehrere Airlines fliegen von verschiedenen deutschen Flughäfen, oft via Singapur oder Kuala Lumpur, den internationalen Airport von Jakarta an. Der Flug dauert rund zwölf Stunden. Von dort geht es mit Inlandsflügen weiter nach Yogyakarta.
EINREISE: Touristen benötigen in Indonesien ein Visum. Bei Aufenthalten bis zu 30 Tagen kann dieses bei der Einreise gekauft werden. Mehr Infos zu Indonesien finden Sie hier.


© dpa tmn/: PT. Tamon Wisata CandiUnesco-Weltkulturerbe: der Tempel Prambanan.
© dpa tmn/ Thilo ResenhoeftReligiöse Szenen sind im Tempel Prambanan in Stein gemeißelt.
© dpa tmn/ Ministry of Tourism IndonesiaErhaben im Morgengrauen: der Tempel Borobodur.
© dpa tmn/ PT. Tamon Wisata CandiDer Borobodur-Tempel entstand zwischen den Jahren 778 und 850 unter der Sailendra-Dynastie.









