Teatime in Taiwan: Die schöne Insel im chinesischen Meer

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    • 28.10.11
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Teatime in Taiwan

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Im Asien-Katalog der Veranstalter rangiert Taiwan meist ganz hinten, nach Hongkong und Südkorea. Hat die Insel vor der Südostküste Chinas so wenig zu bieten? Von wegen!

© Taipei Tourism Office/Paul Spierenburg

Abschalten und Ankommen: Blätter, Wasser und der Geist des Teetrinkers beeinflussen den Genuss.

Der Film „Time for Taiwan - My Beautiful Island“ avancierte auf der Internet-Platform Youtube gerade zum erfolgreichsten touristischen Werbevideo aller Zeiten. Ihn anschauen ist die eine Möglichkeit, Taiwan kennenzulernen. Die andere: Tee trinken mit Herr Chang. Unsere Autorin Bettina Link hats ausprobiert.

Taipeh, im Oktober 2011

Um mit allen Sinnen auf der Insel Taiwan anzukommen, muss man mit der Gondel hinauf nach Maokong über der Millionenmetropole Taipeh fahren. Hinauf zu Chan Shin Chang. Herr Chang ist 55 und Chef der Teeplantage Lio Ji Shiang Cha Fang in den Hügeln vor der Hauptstadt. Sein Großvater war 1895 der Erste, der in der Region Tee produzierte.

Changs Frau füllt eine kleine Tonkanne mit heißem Wasser, gibt Blätter des High Mountain Oolong hinein. Würziges Aroma duftet aus filigranen Porzellantassen. Herr Chang erklärt, dass für guten Tee nicht nur die Qualität der Blätter und des Wassers, sondern auch der Geist des Teetrinkers verantwortlich ist. Eine Teezeremonie bedeute, zu sich zu kommen. Um diesen Zustand der geistigen Schwerelosigkeit zu erreichen, strömen die Bewohner Taipehs am Wochenende massenhaft in die Berge von Maokong, wo es etwa 60 Teehäuser gibt.

Eine weitere Möglichkeit, die laute, grelle Großstadt auszusperren, ist der Tempelbesuch. Long-shan heißt einer der ältesten und wichtigsten Tempel Taiwans, seit 1738 steht er im Stadtteil Manka. Religion spielt eine große Rolle im Alltag. Hunderte Menschen beten jetzt, am Abend, unter den roten Spitzgiebeldächern, hinter der reich mit Gold verzierten Fassade. Vor den Altaren werfen Gläubige kleine Orakelstäbe auf den Boden. „Sie erhoffen sich Antworten auf schwierige Fragen in ihrem Leben“, erklärt Lily Chuang, die Fremdenführerin.

Abschalten und Ankommen: Eine Reise nach Taiwan

Draußen auf der Straße dann kann man bereits die dampfenden Töpfe der Garküchen am Eingang zum Huaxi Street Market sehen. Taiwan entdecken heißt auch, sich ins Getümmel der Nachtmärkte zu stürzen. Welch wichtige Rolle dem Essen in Taiwan eingeräumt wird, erkennt man schon an der Begrüßungsformel, die übersetzt „Haben Sie schon gegessen?“ heißt. Verkäufer, die ein wenig Englisch beherrschen, erklären den Fremden bereitwillig, was sie da anbieten: Austernomlett und Taro-Kuchen mit Schweinefleischsoße, Suppen und knallbunte Süßigkeiten. Berühmt ist der Markt auch für das Schlangenfleisch. In einem Glaskasten am Eingang eines Res-taurants liegt sie: eine gelb-weiß gemusterte, baumdicke Schlange. „Keine Fotos“, sagt die strenge Dame hinter dem Terrarium - wohl aus Angst vor Tierschützern.

Taiwans Gesellschaft ist heute frei, die Demokratie nach 40 Jahren Kriegsrecht und Diktatur unter Chiang Kai Shek gefestigt. Ein sicheres Reiseland ist die „Ilha Formosa“ - schöne Insel. So tauften im 16. Jahrhundert die portugiesischen Entdecker Taiwan, und bis heute sind die Taiwanesen stolz auf diesen Namen aus der Kolonialzeit. Es stimmt ja: Gleich außerhalb der brodelnden Großstadt Taipeh warten außergewöhnliche Landschaften auf den Besucher: Traumstrände und Korallenriffe im tropischen Süden, in den Bergen der nordöstlichen Provinz Hualien verzaubert die Landschaft der Taroko-Schlucht. Über Jahrmillionen hat sich der Fluss Liwu hier durch das Gestein aus Marmor und Granit gegraben. Beidseits des Flussbetts stehen bis zu 500 Meter hohe Felswände.

Der Neun-Kehren-Tunnel mit spektakulären Ausblicken ist meist überlaufen. Arbeiter haben die zwei Kilometer lange Röhre ohne Hilfe von Maschinen in den Fels gehauen. Weitaus angenehmer ist eine Wanderung auf dem Shakadang-Pfad. Der etwa einstündige Fußmarsch, der vier Kilometer den Fluss entlang über in den Fels gehauene Pfade und vorbei an Ansiedlungen der Ureinwohner führt, ist eine von vielen Touren in der Schlucht.

Ein Fünftel der Insel ist Naturschutzgebiet. „Wir haben inzwischen acht Nationalparks in Taiwan“, erklärt Fremdenführerin Lily Chang stolz. Dazu gehört auch der Yehliu Geopark, mit dem sich Taiwan demnächst für das Unesco-Weltnaturerbe bewerben will. Auf 1700 Metern Länge hat das Meer hier an der Ostküste der Insel die irrwitzigsten Formen aus dem Sandstein gewaschen, wie die rund 180 Mushroom Rocks - Pilzfelsen, die tatsächlich aussehen wie riesige Morcheln.

Taiwan ist Teil einer vulkanischen Inselkette, die von Japan bis zu den Philippinen verläuft. Die geologische Aktivität hält für den Besucher eine weitere besondere Erfahrung bereit: heiße Quellen. In Taipeh muss man nur mit der Metro bis zum Endhalt in Beitou fahren. Hier eröffente 1896 ein Japaner das erste Badehaus. Der leicht faulige Geruch des schwefelhaltigen Wassers ist Wegweiser schon beim Verlassen der Metrostation. Im Kurort gibt es etliche Möglichkeiten, ein Bad in den heißen Quellen zu genießen. Eine der nobelsten ist die „Villa 32“, ein Wellness-Juwel in japanischer Architektur. Für umgerechnet rund 50 Euro bucht man vier Stunden lang Badeluxus - Männer und Frauen getrennt in acht Becken mit unterschiedlichen Temperaturen. Grandios ist der Ausblick von der Ruheterrasse auf das 90 Grad heiße natürliche Quellenbecken, aus dem Wasserdampf in Schwaden nach oben steigt, bis er in der grünen Vegetation verschwindet. Dazu ein Tee, halb fermentiert, herb würzig - das ist Taiwan.

REISE-INFOS TAIWAN

REISE-ZIEL - Die Insel Taiwan liegt im West-Pazifik, 160 Kilometer vom chinesischen Festland entfernt. Mit 35 800 Quadratkilometern ist die Insel etwa halb so groß wie Bayern und mit 23 Millionen Einwohnern (642 Einwohnern pro Quadratkilometer) einer der dichtbevölkertsten Flächenstaaten der Erde. Hauptstadt ist Taipeh.

ANREISE - China Airlines fliegt fünfmal wöchentlich ab Frankfurt, Cathay Pacific täglich ab Frankfurt.

EINREISE - Deutsche benötigen kein Visum für einen Aufenthalt von bis zu 90 Tagen. Der Reisepass muss bei der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein.

REISEZEIT/KLIMA - Im Norden Taiwans herrscht subtropisches Klima, im Süden tropisches, das wegen der Höhenlage aber ebenfalls gemäßigt ist. Beste Reisezeit ist der europäische Herbst oder Winter. Von Mai bis Oktober wird die Insel häufig von Taifunen heimgesucht.

ZEITVERSCHIEBUNG - MEZ plus sechs Stunden.

VIDEO - Der erfolgreiche Film „Time for Taiwan - My Beautiful Island“ ist auf der Internet-Plattform YouTube (auf Englisch) zu finden.

RUMKOMMEN - Auf der Insel herumzukommen ist einfach - trotz des zentralen Zebrak-Bergmassivs, das sich zwischen dem Osten und dem Westen der Insel auf der gesamten Länge der Insel bis zu 3952 Meter hoch erhebt. Der Hochgeschwindigkeitszug „Taiwan Highspeed Railway“ durchquert Taiwan auf 394 Kilometern von Nord nach Süd in 90 Minuten. Der neue Taiwan Tourist Shuttle Bus verkehrt zudem seit Kurzem nach festem Fahrplan auf zwölf Routen zwischen wichtigen Bahnhöfen und beliebten Ausflugszielen.

SEHENSWERT - Taipeh mit dem Nationalen Palastmuseum (kostenlose Eintritts-Gutscheine können bei info@taiwantourismus.de angefordert werden). Der Sonne-Mond-See, das größte Binnengewässer Taiwans (neun Quadratkilometer), Kenting-Nationalpark mit seinen weißen Sandbänken an Taiwans Südspitze, das Alishan Gebirge mit seinen üppigen Wäldern, die Taroko-Schlucht und der Jadeberg Yu Shan, höchster Berg des von Nord nach Süd verlaufenden Gebirges.

VERANSTALTER - Pauschalreisen nach Taiwan bieten unter anderem Dertour, China Holidays, der Reiseclub des Deutschen Alpenvereins (DAV Summit Club), Meier’s Weltreisen, Thomas Cook und die TUI an.

PREISBEISPIEL - Busrundreise „Höhepunkte Taiwans“, fünf Tage ab/bis Taipeh ab 379 Euro pro Person bei Dertour (im Reisebüro).

WEITERE INFOS - Taipei Tourism Office in Frankfurt, Tel. 069/610743, www.taiwantourismus.de.

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