Bierfreunde sind im Urlaub in Franken gut aufgehoben. Gästebett, Brauerei und gemütliche Gastwirtschaft sind in etlichen Dörfern und Städten unter einem Dach zu finden. Das gilt für die Weltkulturerbestadt Bamberg ebenso wie für das kleine Aufseß in der Fränkischen Schweiz.
Die knapp 1500 Einwohner sind vor allem stolz auf ihre vier Brauereien. So firmiert Aufseß im “Guinness-Buch“ als Gemeinde mit der größten Brauereidichte weltweit. Im Brauereigasthof “Reichold“ und in der Brauerei Aufseß mit dem Gasthof “Rothenbach“ haben schon Bierfreunde aus vielen Ländern genächtigt.
Noch ist es erst gegen 9.00 Uhr. Ein Ehepaar aus Holland und drei Radtouristen aus dem Rheinland verlassen gut gestärkt im Brauereigasthof “Fässla“ das Frühstückszimmer. Bis ins Jahr 1649 reicht die Geschichte der Bamberger Brauerei zurück. In der Gassenschänke zwischen Wirtsstube und Gästezimmertrakt, früher die Einfahrt für die Bierfuhrwerke, trinken Stammgäste gerade ihr erstes Seidla, einen halben Liter Bier. Ein älterer Herr erzählt einem Hamburger von Bambergs Sehenswürdigkeiten. Dann lädt Juniorchef Roland Kalb spontan zur Besichtigung der Brauerei, die hinterm Frühstücksraum beginnt. “Fässla“ produziert nicht nur für den Eigenbedarf, sondern liefert auch in die Umgebung.
“Der Dom mit dem Bamberger Reiter ist ein Muss für Touristen, eine Wanderung an Fluss und in Wäldern auch“, sagt Elisabeth Keesmann. “Aber unsere Brauereien und Gaststätten sind genauso gefragt“, erzählt die Inhaberin der Brauerei “Keesmann“. Sie begrüßt einen jungen Mann, der sich am Ausschankfenster ein Bier holt und in mitgebrachte Brezel und Räucherwurst beißt. Bäcker und Metzger sind direkt neben Wirtschaft und Brauerei. “BMW“ nennen Bamberger solch glückliche Fügung.
In Neustadt an der Aisch lockt Braumeister Lothar Hufnagel mit einer neuen Kleinbrauerei Gäste von nah und fern. 2005 hat er aus einer baufälligen Getreidemühle Gasthof und Brauerei geschaffen, wo nun Landbier fließt. Hufnagel mischt Modernes mit Rustikalem und Historischem. Am Kachelofen im Restaurant hängt Omas Unterwäsche auf der Leine. Metzgerei und Frühstücksraum sind im Stil früherer Jahrzehnte gestaltet. Zwischen Braukesseln in der Scheune und im Biergarten sitzt man originell. “Modernes findet Anklang, wenn es an Traditionen knüpft“, sagt der findige Unternehmer.
Eine alte fränkische Bierstraße führt von Bayreuth über Kulmbach mit Bayerischem Biermuseum, Lichtenfels, Bamberg und Forchheim bis zur Aischgründer Bierstraße. Entlang der Route haben sich 9 Brauereien zusammengetan. Sie liegt zwischen Frankenhöhe und Steigerwald. Bierseminare und Planwagenfahrten sind ebenfalls im Angebot. Der Bierradweg des Gebiets führt von Bad Windsheim in Mittelfranken über Lenkersheim, Burg Hoheneck nach Neustadt an der Aisch. Jeder kann sich in Franken seine eigene Bierstraße schaffen. Wem das nicht reicht, der erkundet die Bier- und Burgenstraße. Die führt von Passau an der Donau bis nach Thüringen.
Bernd Kubisch, dpa
REISE-INFOS ZU FRANKEN
- Tourismusverband Franken www. frankentourismus.de
- Bierland Oberfranken unter www.bierland-oberfranken.de
- Fränkische Schweiz unter www.fraenkische-schweiz.com
- Aufsess unter www.aufsess.de
- Bamberg unter www.bamberg.info
- Forchheim unter www.forchheim.de


© dpaViel zu sehen - und zu trinken: Die Weltkulturerbe-Stadt Bamberg darf auf keiner Biertour durch Franken fehlen.
© dpaKulmbach liegt an einer alten fränkischen Bierstraße. In der traditionellen Bierstadt wird eines der stärksten Biere der Welt gebraut.
© dpaAn der Quelle: In manchen Kleinbrauereien in Franken sitzen die Gäste zwischen den Braukesseln.
© dpaKurze Wege für Bierliebhaber: Die 1536 gegründete Brauerei "Spezial" liegt gleich gegenüber vom Brauereigasthof "Fässla" in der Oberen Königstraße Bambergs.








