Wilde Tiere schauen von der Ostsee bis zum Bayerischen Wald

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    • 30.04.11
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Safariland Deutschland

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Löwen in Afrika, Bären in Kanada, Tiger in Indien: Um wilde Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu sehen muss man normalerweise in den Flieger steigen. Aber auch Deutschland ist durchaus Safari-tauglich.

Safariland Deutschland

© ap/dpa/NationalparkRegion Tierisch wild

Wir verraten Ihnen, wo Wildlife manchmal nur einen Wildkatzensprung entfernt liegt:

Wildpferde an der Ostsee

Safariland Deutschland© ap/dpa/NationalparkRegion Tierisch wild

Gekommen sind sie als Umweltschützer. Als 2002 die ersten Konik-Pferde, Nachfahren der einst in Mitteldeutschland frei lebenden Tarpane, ihr Revier auf der Halbinsel der Geltinger Birk an der Schleswig-Holsteinischen Ostseeküste in Besitz nahmen, hatten sie einen Auftrag: Fressend die Landschaft pflegen. Und wenn Naturschützer heute, neun Jahre später Bilanz ziehen, dann mit einem Ergebnis: Sie machen ihren Job gut, die kleinen Wilden mit den starken Hufen. Und fühlen sich dabei so wohl, dass die Population von einstmals elf Tieren inzwischen auf über 50 angewachsen ist. Die Chancen stehen also ziemlich gut, ihnen auf einer Wanderung oder Radtour über die Salzwiesen im Naturschutzgebiet Geltinger Birk zu begegnen.

Wildpferdeführungen in der Geltinger Birk finden am 14. und 28. Juli sowie am 11. und 25. August jeweils ab 15 Uhr statt. Dauer: zwei bis drei Stunden. Treffpunkt: Parkplatz der Mühle Charlotte in Nieby. Weitere Führungen, auch in Kombination mit Kutschfahrten, können unter Tel. 04643/1860910 erfragt werden. Ein Sechs-Tage Urlaubsarrangement in der Region für zwei Personen inklusive Übernachtung für 299 Euro kann man unter der Nummer 04643/777 buchen. Weitere Infos unter www.ferienlandostsee.de.

 

Wasserbüffel im Spreewald

© ap/dpa/NationalparkRegion Tierisch wildWasserbüffel im Spreewald

Weil Kühe und Pferde nicht gerne nasse Füße kriegen ist René Krawczynski, Ökologe an der Universität Brandenburg, auf die exotische Idee gekommen, Wasserbüffel im Spreewald anzusiedeln. Bei Wolfram Hotzler, Chef der Sielower Agrargenossenschaft, stieß sie auf fruchtbaren Boden. Vor zwei Jahren kamen die ersten Tier, die man sonst eher in den Reisfeldern Asiens sieht, in die Cottbuser Spreeaue, wo sie sich gleich sehr heimisch fühlten, Kuhlen budelten und sich darin voller Wonne suhlten. Ein Verhalten ganz im Sinne der Ökologen, denn es dient der Förderung des Artenschutzes. „Die Tiere schaffen gute Bedingungen für seltene Vögel wie den Kiebitz oder Amphibien wie die Rotbauchunke“, sagt Wissenschaftler Krawczynski. Und Landwirt Hotzler freut sich, dass die 500-Kilo-Kolosse bei all dem Nutzen auch noch so nett sind: „Sie sind sehr friedlich und können sogar gestreichelt werden.“

Die Spreeaue bei Dissen, die größte Flussrenaturierung Deutschlands, ist ideal für Radtouren und Wanderungen. In den Sommermonaten kann man sich beim Bio-Imbiss stärken. Kontakt: Sielower Agrarbetrieb, Cottbus, Tel. 0355/28873373, www.wasserbueffel-spreewald.de, www.

agrar-cottbus.de

. Führungen ab dem Besucherparkplatz Spreeaue in Dissen.

Luchse im Bayerischen Wald

Früher hat man sie zum Teufel gejagt. Nahe Zwiesel wurde im Jahr 1846 der letzte Luchs im Bayerischen Wald erschossen. Heute ist der Mensch den Großkatzen dort so zugetan, dass tierische Neuankömmlinge sogar ein Handy geschenkt bekommen (das sie freilich am Hals tragen und nicht in der Tasche). „So können wir sie jederzeit anrufen“, erklärt Karl Friedrich Sinner, der noch bis Mai Leiter der Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald ist, bevor er in den Ruhestand geht.

Die Wahrscheinlichkeit, Europas größter Raubkatze auf einer Wanderung durch den Nationalpark zu begegnen ist allerdings so gering, wie die Big Five, die fünf bedeutendsten Wildtiere, auf einer Safari in Afrika auf einen Schlag zu sehen. „Er ist sehr scheu und hört sogar eine Maus aus 50 Meter Entfernung rascheln“, so Naturparkverwalter Sinner. Doch im Tierfreigehege des Nationalparks kann man einige der dort lebenden Exemplare, Sommer wie Winter, auf einem gut ausgebauten, sieben Kilometer langen Rundweg beobachten, und dazu Uhu, Wisent, Braunbären, Wölfe, Auerhühner, Wildschweine, Wanderfalken, Wildkatzen, Schwarzstörche, Fischotter oder Rothirsche gleich mit dazu.

Das 300 Hektar große Gelände liegt zwischen Neuschönau und Altschönau. Der Eintritt ist frei, Parkplatzgebühren werden erhoben. Infos bei der Nationalparkverwaltung in Grafenau unter Tel. 08552/96000, im Internet: www.nationalpark-bayerischer-wald.de. Anmeldung zu Führungen mindestens einen Tag vorher unter Tel. 070000/776655.

Biber an der Elbe

Safariland Deutschland© ap/dpa/NationalparkRegion Tierisch wildBiber an der Elbe

Gestatten: Castor. Castor fiber albicus, so der volle Name, für Freunde aber einfach: Biber. Der Nager mit den Holzfäller-Ambitionen ist inzwischen in ganz Deutschland wieder auf dem Vormarsch. Sein bevorzugtes Revier aber sind die Auen entlang der Mittleren Elbe zwischen der Lutherstadt Wittenberg und Magdeburg. Allein im Biosphärenreservat Dessau, das sich über rund 300 Kilometer entlang des Flusses erstreckt, sind heute wieder an die 1200 Tiere heimisch. Zwei hervorstechende Eigenschaften zeichnen den Biber aus: Fleiß (einen Baumstamm von 20 Zentimetern Durchmesser fällt er mit links in einer Nacht) und Zurückhaltung. Und deshalb besteht eigentlich kaum eine Chance, das nachtaktive Tier, trotz seiner Größe von bis zu 1,40 Metern in freier Natur beobachten zu können.

Mehr Glück hat man da in der Biberfreianlage des Biosphärenreservats am renaturierten Landeskulturgraben zwischen Dessau und Oranienbaum. In ihrer Art ist sie in Deutschland einmalig. Die nachtaktiven Biber können dort auch tagsüber durch ein Fenster an der Rückwand einer Biberburg beobachtet werden.

Die Biberfreianlage ist zwischen Mai und Oktober am Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 11 bis 17 Uhr geöffnet sowie an Wochentagen nach Voranmeldung beim Förder- und Landschaftspflegeverein Biosphärenreservat in Dessau unter Tel. 0340/2206141. Infozentrum Biosphärenreservat Mittlere Elbe: Tel. 034904/40610, www.biosphärenreservatmittlereelbe.de.

Wölfe in der Lausitz

Safariland Deutschland© ap/dpa/NationalparkRegion Tierisch wildWölfe in der Lausitz

Ist der Ruf mal ruiniert... Märchen haben den Wolf einst zu einer wilden Bestie abgestempelt. Dabei ist Canis Lupus, so seine wissenschaftliche Bezeichnung, eigentlich eine scheue Seele, die nur jagt, wenn sie Futter braucht und Kontakte zum Menschen tunlichst meidet. Dennoch wurde 1904 der letzte frei lebende Wolf in Deutschland erschossen. Es brauchte fast 100 Jahre, bis sich die Tiere langsam wieder über die polnische Grenze zu uns herüberwagten. Heute leben schätzungsweise 50 Tiere in Deutschland, der Großteil davon in fünf bekannten Rudeln im Gebiet zwischen Cottbus und Görlitz in der sächsischen Lausitz.

Die Wolfsstation in Rietschen (Tel. 035772/46762) organisiert jedes Wochenende geführte Wandertouren durch das Wolfsgebiet. Außerdem bietet Stephan Kaasche, Mitarbeiter des Bund Naturschutz, Rad-, Wander- und Bustouren durch die Lausitz auf der Spur der Wölfe an (Tel. 0174/9805089).

Kinder von acht bis 15 Jahre können in Weißwasser an einem Wolfscamp teilnehmen. Preis: 30 Euro für Unterkunft, Verpflegung und Betreuung. Nächster Termin: 18. bis 22. Juli. Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz 035772/46762, www.wolfsregion-lausitz.de.

Kegelrobben auf Helgoland

Safariland Deutschland© ap/dpa/NationalparkRegion Tierisch wildKegelrobben auf Helgoland

Sie suchen sich nicht die gemütlichste Zeit aus, um ihre Jungen zur Welt zu bringen. Wenn zwischen November und Januar die Kegelrobben auf Helgoland geboren werden, herrschen eisige Minusgrade auf Deutschlands einziger Hochseeinsel. Entsprechend abgehärtet müssen Besucher sein, um bei diesem einmaligen Naturschauspiel dabeizusein. Unter Anleitung von Naturschützern und der Vogelwarte Helgoland kann man sich den Robbenbabys nähern, sollte aber immer einen Respekt-Abstand von 30 Metern einhalten, um die Muttertiere nicht zu beunruhigen. Im Winter 2010/11 wurden übrigens mehr als 100 Robbebabys geboren – ein absoluter Rekord!

Infos zu den Wanderungen auf der Robben-Düne bekommt man bei der Kurverwaltung Helgoland unter Telefon 01805/643737, www.helgoland.de. Eine Kegelrobben-Patenschaft (einmalig 50 Euro) kann man bei Stationsleiter Frank Gutzke unter Tel. 04725/7787 anmelden, E-Mail: helgoland@jordsand.de. Kostenlose Führungen vom 1. Dezember bis 15. Januar täglich außer Dienstag, Treffpunkt um 10 Uhr am Anleger auf der Düne. Arrangements ab/bis Cuxhaven mit zwei Übernachtung und Dünenführung zu den Robben für 129 Eurpo pro Person. Termine wieder ab 30. November. Infos unter Tel. 04725/206799.

CH

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Kommentare

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DarkHähnchen23.12.2011, 15:18
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Seit wann ist ein Fischotter ein Biber??!!!!!!!!

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52.253532,13.655569

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