Vampir von Sosopol wird Bulgariens Touristenattraktion

    • aHR0cDovL3d3dy5tZXJrdXItb25saW5lLmRlL2ZyZWl6ZWl0L3JlaXNlL3ZhbXBpci1zb3NvcG9sLXdpcmQtYnVsZ2FyaWVucy10b3VyaXN0ZW5hdHRyYWt0aW9uLTIzODY4NDkuaHRtbA==2386849Bulgarien zeigt grausigen Vampir  0true
    • 11.07.12
    • Reise
    • Drucken
Horror-Reiseziel

Bulgarien zeigt grausigen Vampir  

    • recommendbutton_count100
    • 0

Sosopol - Die bulgarische Kleinstadt Sosopol freut sich über ihre gruslige Geschichte. Als Horror-Reiseziel will sie jetzt bei Urlaubern mit echten Vampiren punkten.

© dpa

Skelett-Fund in Sosopol: Um die Toten daran zu hindern, als Vampire zurückzukehren, wurden sie im Grab gepfählt.

Die Bulgaren gingen im Mittelalter besonders grausam gegen Menschen vor, die sie für schlecht hielten. Nach dem Tod rammten sie ihnen einen Pfahl aus Eisen oder Holz in den Brustkorb. Damit wollten sie verhindern, dass die Männer und Frauen, die zu Lebzeiten angeblich vom Bösen besessen waren, nach ihrem Tod als Vampire die Lebenden terrorisierten. Jüngste Funde von Skeletten aus dem 12. und 13. Jahrhundert bestätigten diese Grausamkeiten, erläutert der Historiker Boschidar Dimitrow, der das Nationale Museum für Geschichte in Sofia leitet.

„Diese Praxis ist in unserem Land noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts üblich gewesen“, sagt Dimitrow. Anfang Juni gaben bulgarische Archäologen bekannt, dass sie in Sosopol am Schwarzen Meer zwei Vampirskelette entdeckt hätten - das eines Mannes und vermutlich das seiner Ehefrau. Wenige Tage später wurden in der alten Hauptstadt Weliko Tarnowo Überreste eines weiteren angeblichen Vampirs gefunden.

Das Skelett des Vampirmannes von Sosopol ist nun samt Eisenpfahl im Nationalen Museum für Geschichte zwischen orthodoxen Ikonen, thrakischen Schätzen und römischen Statuen prominent ausgestellt. Hunderte Menschen seien schon gleich zu Beginn gekommen, „offensichtlich angelockt durch das Vampirskelett“, sagt eine Eintrittskarten-Verkäuferin. Die Vampir-Überreste sind seit Mitte Juni in dem Museum am südlichen Stadtrand der bulgarischen Hauptstadt zu bestaunen.

Unter den Museumsbesuchern sind auch neugierige Ausländer. „Ich habe noch nie einen Beweis dafür gesehen, dass mit einem Skelett so umgegangen ist, weil man es einem Vampir zuschrieb“, sagt Mary Bruns aus Washington. Dagegen sei der berühmte Vampir Graf Dracula, der angeblich aus Transsylvanien im heutigen Rumänien stammt, nur eine Fictionfigur.

Wer war der Vampir von Sosopol in Wirklichkeit? Er könnte ein verkrüppelter Mann Namens Kriwitsch (der Krumme) gewesen sein, mutmaßt Dimitrow in heimischen Medien. Kriwitsch sei vermutlich ein Pirat gewesen, da Chroniken beschrieben, wie er und seine Männer ein venezianisches Schiff vor Sosopols Küste geplündert hätten.

Die vielen Museumsbesucher haben offensichtlich keine Angst vor dem Vampir. Trotzdem bot das Museumscafé in den ersten Tagen nach der Präsentation des Skeletts Knoblauch an. Dem Aberglauben zufolge sollen Knoblauchzehen in der Tasche vor Vampiren schützen, erklärt eine Museumsaufsicht.

Im Gegensatz zum Skelett von Sosopol wurden die Überreste des Vampirs in Weliko Tarnowo nach einem orthodoxen Ritual mit Wein übergossen und im Hof einer Kirche wieder bestattet. In Bulgarien wurden bislang mehr als 100 Gräber angeblicher Vampire entdeckt. Dies freut die Tourismusbranche: Als internationales „Horror-Reiseziel“ könnte Bulgarien dem Nachbarland Rumänien die Touristen wegschnappen, die in Massen zum angeblichen Geburtsort von Graf Dracula strömen.

Von Elena Lalowa, dpa

Rumänien: Gruseln in Castel Dracula

Die Länder im Nebenkosten-Check

zurück zur Übersicht: Kurioses

Kommentare

Kommentar verfassen

Aktuelle Fotostrecken

Die skurrilsten Gesetze im Ausland

Die skurrilsten Gesetze im Ausland
weitere Fotostrecken:
Syrakus auf Sizilien: Italienische Lebensart und griechische Geschichte

Syrakus auf Sizilien

Griechisches Erbe und italienisches Temperament: Syrakus im Südosten Siziliens bietet die passende Bühne für große Opern und klassisches Theater.Mehr...

Die Ostsee-Bäder Boltenhagen und Kühlungsborn 25 Jahre nach dem Mauerfall

Die Spuren am Ostsee-Strand

Boltenhagen und Kühlungsborn, zwei Bäder an der Ostsee, zwei Orte voller Schicksale. Das eine früher der westlichste Strand der DDR, das andere damals nur 38 Kilometer von der Freiheit entfernt.Mehr...

Steiermark: Naturpark Almenland

Alp(en)-Träume in der Steiermark

Komme wer Wolle – nein, das ist kein Verschreiber. Das ist pure Absicht und einer der hintersinnigen Slogans im steirischen Naturpark Almenland. Urlauber sind hier nicht nur Zuschauer, sie sollen mitmachen...Mehr...

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

  • recommendbutton_count100
Schließen

Druckvorschau

Artikel:

Schließen

Artikel Empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.