Streit um Jagd auf den Arktis-König: Eisbären sollen besser geschützt werden

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    • 30.01.13
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Vor der Artenschutzkonferenz in Bangkok geht es hoch her

Streit um Jagd auf den Arktis-König

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In diesem Jahr treffen sich die über 2000 Vertreter aus 175 Ländern Anfang März in Bangkok zur Artenschutzkonferenz (Cites). Doch schon jetzt laufen im Hintergrund die Verhandlungen, und das Geschacher um Stimmen hat begonnen.

© dpa

Eisbären sollen besser geschützt werden

Die Europäische Union wirbt für ihren Vorschlag, Haie besser zu schützen. Die USA und Russland wollen ein Handelsverbot für Eisbärenprodukte durchsetzen, das einem Jagdstopp gleichkäme. Denn Eisbären werden nur erschossen, damit ihr Fell als Trophäe verkauft werden kann. Die EU, die immer alle ihre Stimmen bündelt, wird bei dieser Abstimmung den Ausschlag geben.

Dänemark ist aus traditionellen Gründen dagegen (siehe Interview), andere EU-Länder wollen die USA abstrafen für ihre Passivität beim Klimaschutz. Sie argumentieren, dass Eisbären durch die Eisschmelze wesentlich stärker gefährdet seien als durch die Jagd.

Höchstens 25 000 Tiere gibt es weltweit noch, ausgewachsene Männchenwerden bis zu drei Meter groß und zwischen 300 und 600 Kilogramm schwer. Sie sind die größten Raubtiere an Land und können 40 km/h schnell rennen. Erwachsene Eisbären sind die wahren Herrscher der Arktis, außer dem Menschen haben sie keine Feinde mehr. Aufgrund der globalen Erwärmung schmilzt das Eis, das die Tiere brauchen, um von dort aus im eisigen Winter Robben zu jagen. Bleibt das Eis aus, verhungern sie.

„Es geht um den Profit und nicht um Tradition“

Kanada sagt, Eisbären seien nicht gefährdet, und die Jagd sei zudem nachhaltig. Was sagen Sie dazu?

tz-Interview mit

Daniela Freyer

Biologin von Pro Wildlife

Daniela Freyer: Wissenschaftliche Studien schätzen, dass allein durch den Klimawandel der Bestand der Eisbären bis Mitte dieses Jahrhunderts um 70 Prozent schrumpft. Die Jagd kommt noch dazu: Wir schätzen, dass weltweit circa 1000 Eisbären im Jahr geschossen werden, die Wilderei ist natürlich schwer abzuschätzen. Allein in Kanada werden laut der offiziellen Jagdstatistik jährlich 600 Tiere legal getötet. Rund 80 Prozent der geschossenen Tiere sind männliche, erwachsene Eisbären, die außer dem Menschen keine Feinde mehr haben. Da es um das Fell und die Trophäe geht, sind Jungtiere, die noch eine viel höhere Sterblichkeit haben, natürlich uninteressant. Eisbären sind Einzelgänger mit großen Revieren. Wird das Männchen getötet, fehlt es den Weibchen zur Fortpflanzung. Von den 13 Eisbär-Populationen in Kanada, nimmt über die Hälfte in ihrem Bestand ab und nur eine wächst.

Wer darf jagen?

Freyer: Zum einen die Inuit - allerdings hat das nichts mit ihrer traditionellen Lebensweise zu tun, wie es gern behauptet wird. Sondern es geht rein um den Profit. Sie verkaufen die Felle an Händler. Außerdem verkaufen sie einen Teil ihrer Genehmigungen an ausländische Jagdtouristen. Das Fleisch der Eisbären wird an die Schlittenhunde verfüttert.

Natürlich haben die Inuit auch früher Eisbären gejagt, allerdings nur wenige pro Jahr. Der Boom kam erst in den 60er- und 70er- Jahren mit den Schnellfeuerwaffen und weil die Felle damals als Statussymbole sehrbeliebtwurden.Auch heute noch ist die Europäische Union ein wichtiger Importeur. Die meisten Käufer kommen mittlerweile aus China und Russland. Gerade jetzt sind die Nachfrage und auch die Preise für Felle stark gestiegen. Viele Interessenten wollen vermutlich einem Handelsverbot zuvorkommen.

Vor drei Jahren hat die EU das Handelsverbot für Eisbären gekippt. Stimmt sie diesmal dafür?

Freyer: Deutschland, Polen und auch England haben signalisiert, dass sie den Antrag der USA unterstützen wollen. Dänemark ist wie immer dagegen, da in Grönland auch Eisbären gejagt werden, allerdings dürfen dort die Felle nicht exportiert werden. Die kanadische Regierung leistet massiv Lobbyarbeitundversucht,dieEU auf ihre Seite zu ziehen. Wir halten natürlich mit Argumenten dagegen. Aber noch, muss man sagen, ist alles offen.

- Infos: www.prowildlife.de

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