Renommierter Spezialist für Gelenkersatz: Dr. Robert Hube

Endoprothesen: Die wichtigsten Tipps

Herr Doktor, wann brauche ich eine Knie-OP?

München - Etwa 160 000 dieser sogenannten Endoprothesen werden allein in Deutschland jedes Jahr eingesetzt – Tendenz steigend. Gegenüber der tz erklären Experten, was Patienten über künstliche Kniegelenke wissen müssen.

Endoprothese – hier ein künstliches Kniegelenk – am Modell

Beim Knie kennt der Körper keine Gnade. Je weiter sich die Arthrose in den schützenden Knorpel frisst, desto heftiger sticht der Schmerz ins Gelenk. Mal messerscharf, mal dumpf und pochend – bis irgendwann schon wenige Schritte zur Qual werden. Mit Schmiermitteln wie Hyaluronsäure oder Entzündungshemmern wie Kortison lassen sich die Beschwerden zwar lindern, aber nie mehr heilen. Als letzter Ausweg bleibt den Betroffenen nur noch ein künstliches Kniegelenk.

Etwa 160 000 dieser sogenannten Endoprothesen werden allein in Deutschland jedes Jahr eingesetzt – Tendenz steigend. Obwohl die OP inzwischen als Routine-eingriff gilt, haben viele Patienten Angst davor: Wie fühlt sich so ein künstliches Kniegelenk an? Wie belastbar ist das Implantat? Wie lange hält es? Kann man damit sporteln?

„Ich würde mich jederzeit wieder unters Messer legen“, sagt Professor Hannes Wachtel. Der Münchner Zahnarzt und Implantologe ließ sich in der Sendlinger OCM-Klinik gleich beide Kniegelenke ersetzen – und das innerhalb von nur vier Wochen: Heute genießt der 60-Jährige seine, wie er strahlend betont, „längst verloren geglaubte Lebensqualität“. In der tz erklären Wachtel und sein Operateur Dr. Robert ­Hube, was Patienten über künstliche Kniegelenke wissen müssen.

Das Leben macht wieder richtig Spaß!

Anfangs zwickte das Knie nur bei der Arbeit. Wenn Professor Wachtel in seiner Dentalklinik mehrere Stunden lang im Operationssaal verbrachte, konnte er hinterher kaum noch stehen. Und irgendwann verhagelten ihm die „Haxn“ auch noch die Freizeitgestaltung: „Die Schmerzen wurden so groß, dass ich nicht mal mehr mit meiner Frau spazieren gehen konnte. Wenn wir in den Urlaub geflogen sind, habe ich es kaum durch die Abfertigungshalle bis zum Flugsteig geschafft. Ich musste mich zwischendurch hinsetzen.“

Wachtel ging zum Arzt – und ließ sich dessen OP-Empfehlung noch von einem weiteren Spezialisten bestätigen. „Es war mir wichtig, eine Zweitmeinung einzuholen. Das ist ja nicht ehrenrührig für den behandelnden Arzt, und als Patient fühlt man sich sicherer.“

Der Patient strahlt – Professor Hannes Wachtel hat ein großes Stück Lebensqualität wiedergewonnen

Professor Wachtel ist keiner, der gerne etwas dem Zufall überlässt. Auf seine beiden Knie-Operationen bereitete er sich mehrere Monate vor – mit regelmäßiger Gymnastik und Kraftübungen für die Beinmuskulatur. „Dieses Training half mir dabei, nach den Eingriffen schneller wieder fit zu werden“, erzählt er. Nach der ersten OP absolvierte Wachtel ein intensives Reha-Programm, zwei Wochen lang stationär und zwei weitere Wochen lang ambulant.

„Normalerweise ist es sinnvoll, drei Monate bis zum zweiten Eingriff zu warten“, erläutert Gelenkersatz-Spezialist Dr. Robert Hube. „Aber es kommt immer auf die Bedürfnisse des einzelnen Patienten an.“ Im Falle von Professor Wachtel bedeutete das, möglichst nicht zu lange in seiner BolzWachtel Dental Clinic auszufallen. Also ließ er sich bereits nach vier Wochen auch sein zweites Kniegelenk austauschen. „Nach insgesam neun Wochen habe ich wieder gearbeitet.“

Auch die weitere Heilung verlief ohne Komplikationen. „Fünf Monate später konnte ich sogar wieder Ski fahren“, erzählt Wachtel. „Heute habe ich durch meine Knie kaum noch Einschränkungen. Vor den beiden Operationen war meine Lebensqualität durch die ständigen Schmerzen auf vielleicht zehn Prozent gesunken. Jetzt bin ich wieder bei 95 Prozent!“

Herr Doktor, wann soll ich mein Knie operieren?

Privatdozent Dr. Robert Hube gehört zu den erfahrensten Spezialisten für Gelenk-ersatz in Deutschland, jedes Jahr steht er in der Sendlinger OCM-Klinik bei etwa 750 endoprothetischen Eingriffen am OP-Tisch. Unter Endoprothesen verstehen die Mediziner künstliche Ersatzteile, die dauerhaft im Körper bleiben. In der tz beantwortet Dr. Hube die wichtigsten Fragen rund um Knie-Endoprothesen:

Wann sollte man sich operieren lassen? Jeder Patient hat einen individuellen Leidensdruck. Wenn dieser Leidensdruck den Respekt vor der OP überschreitet, dann sollte man sich operieren lassen.

Wie läuft die OP ab? Der Patient bekommt eine Vollnarkose, erfahrene Operateure brauchen für den Eingriff etwa 45 Minuten. Zunächst setzt der Arzt einen Hautschnitt. Dessen Länge richtet sich nach der Statur des Patienten und der Frage, ob nur ein Teil des Knies oder das komplette Gelenk ersetzt werden muss. Der Schnitt kann zwischen durchschnittlich sechs und 14 Zentimetern lang sein. Dann wird das alte Gelenk entfernt und durch Implantate aus Titan ersetzt. Die Kreuzbänder werden entnommen, die Seitenbänder bleiben erhalten.

Wie lange muss der Patient im Krankenhaus bleiben? Etwa sieben bis zehn Tage.

Wie lange dauert die Nachbehandlung? Ans Krankenhaus schließt sich in der Regel ein stationärer Aufenthalt in einer Rehaklinik an. Er dauert zwei bis drei Wochen. Bis zur zehnten Woche sollte der Patient regelmäßig zur Physiotherapie (Krankengymnastik) gehen und auch zu Hause seine Muskulatur trainieren.

Wie lange fällt der Patient nach der OP im Job aus? Ein normaler Büromensch muss damit rechnen, dass er etwa sechs bis zwölf Wochen lang nicht zur Arbeit gehen kann.

Wann kann man wieder Sport treiben? Nach drei Monaten darf der Patient wieder langsam damit beginnen. Wichtig ist, dass er zuvor die Beinmuskulatur wieder aufgebaut beziehungsweise gestärkt hat.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass die OP dem Patienten eine deutliche Verbesserung seiner Beschwerden bringt? Selbst der beste Spezialist kann mit einem Implantat kein jungfräuliches Knie mehr herzaubern. Dazu kommt: Der Einbau eines künstlichen Kniegelenks ist komplizierter als beispielsweise der einer Hüft-Endoprothese. Dementsprechend ist die Zufriedenheitsrate bei Kniepatienten etwas geringer. Trotzdem liegt sie statistisch gesehen aber bei etwa 80 Prozent – wobei sich diese Rate durch eine hohe Spezialisierung des Operateurs noch verbessern lässt.

Wie lange hält ein künstliches Kniegelenk? Das kann man nicht pauschal beantworten. Es gibt allerdings statistische Erfahrungswerte. Danach halten 95 Prozent der Knieprothesen mindestens 15 Jahre, 90 Prozent 20 Jahre und 80 Prozent sogar 30 Jahre.

Gibt es Qualitätsunterschiede bei den Implantaten? In Deutschland werden alle Implantate geprüft. Wichtiger als der Hersteller ist die Auswahl eines guten Operateurs.

Worauf sollte man bei der Auswahl eines Operateurs achten? Der Arzt sollte Erfahrung und Routine haben, das bedeutet: Er sollte mindenstens 100 ­solcher endoprothetischen Eingriffe pro Jahr durchführen.

Zahlen die gesetzlichen Krankenkassen den Gelenkersatz? Ja, allerdings kann sich der gesetzlich Versicherte anders als die Privatpatienten seinen Operateur nicht aussuchen.

Andreas Beez

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