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Krankenschwestern und Hebammen müssen nach wie vor nicht zwingend Abitur haben.

EU-Reform

Krankenschwestern brauchen doch kein Abi

Brüssel - Die Berufswelt wird immer komplexer - auch in Kliniken und Altenheimen. Reichen zehn Jahre Schule noch aus, um Krankenschwester zu werden? Das EU-Parlament sagt: Ja.

Zehn Jahre Schulausbildung sollen auch künftig europaweit ausreichen, um Krankenschwester oder Pfleger zu werden. Der zuständige Ausschuss des Europaparlaments stimmte am Mittwoch dafür, die gegenwärtige Regelung in einigen Ländern - darunter Deutschland - beizubehalten, wo Haupt-und Realschüler Pflegeberufe ergreifen können. Die duale Ausbildung an der Berufsfachschule nach zehn Jahren Schule wird somit dem Abitur gleichgestellt. Die Regeln sind Bestandteil der Richtlinie für die gegenseitige Anerkennung von Berufsabschlüssen, die die EU derzeit überarbeitet.

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Krankenschwestern und Hebammen müssen nach wie vornicht zwingend Abitur haben. Die EU-Kommission hatte vorgeschlagen, die Zugangsvoraussetzungen anzuheben, weil die beruflichen Anforderungen gewachsen seien. Insbesondere Deutschland hatte in Brüssel gegen das geplante „Pflege-Abitur“ protestiert. Nach Parlamentsangaben hätte dies fast jedem zweiten Schulabgänger in Deutschland den Pflegeberuf versperrt - dabei herrscht heute schon Mangel an Pflegekräften.

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) begrüßte das Votum des Parlamentsausschusses und sagte in Berlin: „Unser Einsatz für den Erhalt der Pflegeausbildung in Deutschland hat sich gelohnt.“Dies sei ein gutes Signal für das duale Ausbildungssystem.

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EU-Staaten müssen Kompromiss ausarbeiten

Bis die EU-Reform steht, dürfte es aber noch dauern. Im Mai soll das Plenum des Europaparlaments abstimmen, danach müssen die EU-Staaten mit dem Parlament einen Kompromiss ausarbeiten.

Nach EU-Angaben verlangen heute schon 24 der 27 EU-Länder zwölf Jahre Schulausbildung für Pflegeberufe. Künftig will die EU in einem Katalog Anforderungen festlegen, die alle Gesundheitsfachkräfte nach ihrer Ausbildung - egal ob zehn oder zwölf Jahre - erfüllen müssen.

Vorgesehen ist zudem auch die Einführung eines europäischen Berufsausweises, ein elektronisches Zertifikat, das Daten über den Arbeitnehmer enthält. Damit will die EU die Anerkennung von Berufen beschleunigen und es Europäern erleichtern, im Ausland ihrem Beruf nachzugehen. Wer nur zeitweise im Ausland arbeite wie Reiseführer oder Skilehrer, für den solle dies besonders unbürokratisch erfolgen, sagte die Abgeordnete Evelyne Gebhardt (SPD).

dpa

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