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Tierheim-Sprecherin Beate Eteläkoski mit den Katzen Großer Krümel (li.) und Kleiner Krümel

Tierheim bekommt neues Miezen-Paradies

München - Bella, Muschi und Carlo können aufatmen: Die beengten Jahre sind vorbei! Statt einer dunklen Wohnungen im Untergeschoss bekommen sie 2200 Quadratmeter, 40 Zimmer, Küche, Katzenklo – und 20 Balkone.

 Das Münchner Tierheim plant eine Erweiterung mit einem vorbildlichen neuen Katzenhaus. Miau, das wird ein Miezen-Paradies! Mit 50 Katzen hat das Heim in der Nachkriegszeit angefangen. „Heute haben wir im Schnitt 250 Tiere“, sagt Kurt Perlinger, Vorsitzender des Tierschutzvereins. Die Stadt wuchs, die Tierhaltung nahm 20 Mal zu – heute sind die Miezen in fünf Einrichtungen untergebracht, teilweise im umgebauten Keller des Tierheims, natürlich mit Zugang ins Freie. „Unsere Gebäude stammen weitestgehend aus den 50er Jahren.

Seither haben sich im Tierschutz gravierende Dinge geändert“, sagt Perlinger – vor allem der Platzbedarf für die 4000 Neuankömmlinge im Jahr, die meist binnen vier Wochen wieder vermittelt werden. Zuletzt rümpfte auch der Amtstierarzt zunehmend die Nase. Keine schöne Situation für Tiere, Personal und Tierfreunde. Das soll jetzt ein Ende haben: Das Tierheim plant einen großen Wurf. Am Mittwoch soll der Stadtrat den Flächennutzungsplan ändern. Dann kommen zu den 20 000 Quadratmetern an der Riemer Straße in unmittelbarer Nachbarschaft nochmal 15 000 Quadratmeter dazu. Das Grundstück hat der Verein bereits 2007 der Bahn abgekauft. Derzeit haben dort die Hunde auf bis zu 10 000 Quadratmetern Auslauf.

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Heuer und im nächsten Jahr kommt ein neues Katzenhaus hinzu. Der Architekt Ralph Maurer aus Vaterstetten entwickelte bereits die Hunde-WG und entwirft nun auf einer Fläche von 1100 Quadratmetern ein zweistöckiges Gebäude für bis zu 250 Katzen. „Wir wollen sie nicht verwahren, sondern sie sozial verträglich leben lassen“, sagt Tierschutzverein-Chef Perlinger. Darum sei die Inneneinrichtung in Wohnbereichen nachgebildet. Es soll eine Küche geben, in der das Futter bereitet wird, und 40 Zimmer für die Katzen, 20 davon im Obergeschoss, jeweils mit Balkonen. Schließlich kennen das die Tiere aus der Zeit vor dem Heim. Dazu kommt eine Kranken- und Ruhestation.

Mit dem Geld ist es so eine Sache: Rund 1,5 Millionen Euro soll das Katzenhaus kosten, für 200 000 Euro renaturiert der Tierschutzverein den nahen Bach Truderinger Hüllgraben, um auch noch dem Naturschutz gerecht zu werden. Auch ein 1000-Quadratmeter-See ist vorgesehen. Um das Projekt zu stemmen, werde man ererbte Wohnungen verkaufen, sagt Perlinger. Die Finanzierung stehe derzeit zu etwa 40 Prozent. Weil der Verein nicht auf große staatliche Zuschüsse hoffen darf, brauche er dringend Spender und Sponsoren. Sollte das Geld beisammen sein, wollen die Tierfreunde das nächste Projekt für 750 000 Euro auf der neuen Fläche angehen – ein Hundehaus mit etwa 1000 Quadratmetern für 50 Hunde.

David Costanzo

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