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Zur Abstimmung über Olympia 2018

„Garmisch-Partenkirchen im Dornröschenschlaf – oder Mitausrichter einer gigantischen Lobbyveranstaltung?

Ich kann ja verstehen, wenn Herr Balz als Vertreter der Hotel-Zunft (nach einer vermutlich für sein Hotel sehr erfolgreichen Ski-WM) davon träumt, auch 2018 wieder eine volle Hütte zu haben. Aber er sollte nicht den Fehler machen, von seiner auf andere Sparten zu schließen. Wenn sein bzw. auch die anderen Hotels voll sind, heißt das ja noch lange nicht, dass auch andere Gewerbetreibende, die Gemeindeverwaltung und vor allem die Bürger davon Vorteile haben. Gerade die letztgenannte Gruppe musste schon bei der Ski-WM erhebliche Repressalien hinnehmen. Und auch im Vorfeld der Olympiabewerbung wurde schon erheblicher Druck ausgeübt (Androhung von Zwangsenteignung und sogar Morddrohung). Außerdem stellt sich mir die Frage, was ich von ,Infrastrukturinvestitionen in die Zukunft‘ halten soll. Soll die noch schöne Gemeinde Garmisch-Partenkirchen noch weiter mit großen Hotels und weiteren Straßen zubetoniert werden? Mit seiner Forderung, ,dass es so wichtig ist, dass alle von Vernunft bzw. vom gesunden Menschenverstand gesteuerten Bürger abstimmen gehen‘, hat er vollkommen Recht. Das wird allerdings (aus oben genannten Gründen) dazu führen, dass alle Olympiabefürworter am 8. Mai beim Bürgerentscheid eine herbe Niederlage einstecken werden müssen.“

Wolfgang Grain Dachau


„Wer kennt Kiel und Augsburg als Austragungsorte der Olympischen Spiele 1972? Fast niemand. In den Medien findet man nur München, und so wird es auch Garmisch-Partenkirchen und Schönau bei einer vielleicht erfolgreichen Bewerbung 2018 ergehen. Als Anhängsel einer durch Oktoberfest, BMW und FC Bayern weltbekannten Stadt. Garmisch-Partenkirchen und Schönau haben eigene Profile: die herrliche Landschaft, Eib- und Königssee, Watzmann und Zugspitze. Laut Umfragen ist die Region Garmisch-Partenkirchen eines der bekanntesten Tourismuszentren der Alpen, sowohl im Winter als auch im Sommer. Welches europäische Gebiet kann diese Auszeichnung noch vorweisen? Genau aus diesen Gründen benötigen wir keine Olympischen Spiele. Wer die Olympische Charta liest, weiß, dass jeglicher finanzieller Überschuss für die Entwicklung der Olympischen Bewegung und des Sports verwendet wird (Kapitel 5, Regel 33). Und er weiß, dass das NOK und die Gastgeberstadt gesamtschuldnerisch für alle Verpflichtungen haften (Regel 37). Wenn Herr Ude schon von Zumutung spricht, wenn es um die Vorgaben des IOC geht, und Bund und Land (also der Steuerzahler) Garantien geben. Kann das der richtige Weg sein? Wir benötigen Zukunftskonzepte für die alternde Bevölkerung und Arbeitsplätze nicht nur im Tourismus, sondern in alternativen, umweltschonenden Gewerbebetrieben. Wir benötigen Sportplätze für unsere Schüler (keine 90-Meter-Schanze) und das Prädikat ,Heilklimatischer Kurort‘ (keine Bauten, die nach vier Wochen Mega-Event wieder abgebaut werden). Und einen Plan zur Schuldentilgung innerhalb überschaubarer Zeiträume. Und vielleicht wieder einmal eine Ski-Weltmeisterschaft, die unsere Region weiterbringt als eine Massenveranstaltung, an der sich einige wenige bereichern.“

Andreas Müller Garmisch-Partenkirchen

„Kein Dornröschenschlaf“; Leserbriefe 26. April

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