Superbanner

Alle müssen in die Rentenkasse einzahlen

Barbara Nazarewska: „Die Alten können unglaublich viel“; Im Blickpunkt 8. März

 „Die Überschrift zum Interview stimmt zwar, aber leider will die Wirtschaft das ,alte Eisen‘ nicht im Berufsleben belassen, sondern man will billige junge Arbeitskräfte, die die Erfahrung der Alten haben. Falsch jedoch sind die Aussagen von Henzler und Späth bezüglich der Sozialkassen. Die Herren kommen – da sie ja früher selber als Beamte oder jetzt als Pensionisten fungier(t)en - nicht auf ganz simple Ideen, um die Kassen zu sanieren. Da wäre: Erstens alle zahlen in die Rentenkasse, also nicht nur Arbeitnehmer, sondern auch Selbständige, Beamte und vor allem Politiker. Zweitens, wer arbeitsfähig ist, muss wenigstens 40- besser 45 - Jahre Beitragszeiten vorweisen können, ehe er in Rente gehen kann. Dann kann jemand, der mit 15 Jahre als Azubi beginnt, mit 55/60 Jahren abschlagsfrei aus dem Arbeitsleben ausscheiden. Wer jedoch auf Grund eines Dauerstudiums erst mit 30 Jahren ins Arbeitsleben eintritt, der geht dann eben erst mit 70/75 Jahren als ,Kopfarbeiter‘ in Rente – immer vorausgesetzt, der exakt überprüfte Gesundheitszustand erlaubt das. Ein freiwilliges Soziales Jahr wiederum – selbstverständlich auch für das weibliche Geschlecht – anstatt wie bisher Wehr-/Zivildienst ist eine positive Idee. Die Frage ist nur, wer sie endlich umsetzt. Denn in dieser Zeit kann sich durchaus ergeben, dass der eine oder andere einen solchen Berufsweg einschlägt. Was die Ehrenämter angeht, so müssen diese mehr anerkannt bzw. gefördert werden; besonders nach dem Berufsleben, da für berufstätige Frauen mit Kindern und deren anständiger Erziehung so etwas zeitlich so gut wie unmöglich ist. Ganz abgesehen davon stärkt die Tätigkeit im Ehrenamt gerade bei Älteren die geistige Beweglichkeit, da man sich zumeist erst schlau machen muss; ferner hilft das der Sozialisation, indem man mit vielen Menschen kommuniziert. Auch erhalten damit Tage/Wochen eine entsprechende Struktur, so dass eben nicht bloß Rasen mähen, Auto waschen, spazieren gehen etc. angesagt sind. Was den ,Krieg der Generationen‘ anbelangt, so ist das großer Blödsinn. Wer unterstützt denn die erwachsenen Kinder bzw. deren Familien finanziell und mit Zeit? Doch wohl die Großeltern. Auch den Jüngeren ist immer mehr bewusst, dass sie – was ihre eigene Altersvorsorge angeht – von den diversen Regierungen und sogar vom Bundesverfassungsgericht belogen und betrogen werden. Zitat: ,Die Rente ist sicher‘ (Norbert Blüm) bzw. Bundesverfassungsgericht: ,In der Rentenversicherung hat der Gesetzgeber Gestaltungsfreiheit‘, die immer zu Lasten der Beitragszahler gingen und gehen. Die Frage muss erlaubt sein: Sind andere Länder klüger, die ihren Bürgern gegenüber mehr Verantwortung zeigen? Alles in allem erscheinen mir die Meinungen der beiden Herren doch etwas weltfremd.“

 Christl Bredow Garmisch-Partenkirchen


„Wie Lothar Spät und Herbert Henzler den Kollaps der Sozialsysteme verhindern wollen Wenn man sich dieses Interview von Barbara Nazareswka zu Gemüte führt, muss man erst einmal tief durchschnaufen. Anschließend stellt man sich die Frage: Bin ich im falschen Film? Da werden Rentner und Pensionisten in einen Topf geworfen, das Renteneintrittsalter kurz einmal auf 75 Jahre angehoben und die ältere Generation als Golf spielende Spezies abgestempelt. Eine Einschätzung, die leider mit der Realität nichts, aber überhaupt nichts zu tun hat! Die Wirklichkeit sieht anders aus. Realer Einkommensverlust, zunehmende Altersarmut, Billigjobs bis ins hohe Alter, das sind die Aussichten der Rentner in der Zukunft. Prof. h. c. Henzler stellte fest, wenn wir so weitermachen, dann geht es unserer Rentenkasse wie Griechenland. Hochverschuldet und handlungsunfähig. Mit wir meint er die Rentner, die teilweise bis 50 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben. Kein Wort von den etablierten Parteien, die die Rentenkasse seit Jahren durch versicherungsfremde Leistungen ausplündern. Hier werden hausgemachte Probleme scheinheilig auf den Rücken der Beitragszahler und Rentner transferiert. Doch damit nicht genug, der Mitautor, Prof. Dr. h.c. Lothar Späth, legt noch eine Schippe drauf, indem er darauf hinweist, dass die entscheidende Frage für Rentner sein muss: Was kann ich selber tun, damit es mir später gut geht? Voller Ironie auch sein Hinweis, dass die Ruheständler total glücklich wären, wenn sie statt einer Bezahlung für ihre sozialen Dienste eine Ehrennadel bekommen würden. In welcher Welt leben die Autoren eigentlich? Wie lange lassen sich die ältere Generation aber auch die Beitragszahler diese bewusst falsche Darstellung noch bieten. Die Realität für viele zukünftige Rentner heißt schlicht und einfach Altersarmut oder Billigjob.“

Peter Rippler Erding

zurück zur Übersicht: Im Blickpunkt

Kommentare

Kontakt "Ressort Leserbrief"

Münchner Merkur

Ressort Leserbrief

Paul-Heyse-Str. 2-4

80336 München

SMS: 0160/97002710

E-Mail: leserbriefe@merkur-online.de

Artikel lizenziert durch © merkur-online
Weitere Lizenzierungen exklusiv über http://www.merkur-online.de

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

  • recommendbutton_count100
Schließen

Druckvorschau

Artikel:

Schließen

Artikel Empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.

SkyScraper