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Empörung über Müller-Brot

Wenn ich über das Zitat von Herrn Landrat Schwaiger genau nachdenke, dass die Öffentlichkeit gesundheitlich nie gefährdet war, geht mir der Hut hoch.

Was versteht er denn unter Öffentlichkeit? Weiß der denn nicht, dass zur Öffentlichkeit auch unsere Schwächsten der Gesellschaft zählen, sprich kleine Kinder und alte Menschen? Wie viele dieser Menschen haben die verseuchten Produkte dieser Firma gegessen und sind erkrankt? Sicher hat Müller-Brot viele Krankenhäuser, Altenheime, Kindergärten etc. mit diesen Ekelartikeln beliefert. Sollte Müller-Brot wirklich die Produktion aufnehmen, sollten alle verantwortlichen Leute regelmäßig nur noch Müller-Brot-Produkte verzehren.

Gerald Hansen Marzling


Was wohl die wenigsten Verbraucher wissen, dass nicht nur die Lebensmittelüberwachung kontrolliert, sondern auch der Tüv Süd zertifiziert und kontrolliert. Deshalb sollten die Damen und Herren vom Tüv befragt werden ob sie bei der Vergabe des IFS-Zertifikates (Higher Level) im Mai 2011 (obwohl da die Staatsanwaltschaft schon ermittelte) den Betrieb kontrolliert haben oder sich nur auf die Sauberkeit des Verwaltungsgebäudes konzentriert haben. Da stellt sich mir die Frage ob diese Organisation dazu geeignet ist Betriebe zu kontrollieren und solche Zertifikate zu vergeben. Vielleicht sollte zuerst der Tüv-Süd überwacht und zertifiziert werden, bevor man deren Angestellte, die offenbar nicht genug qualifiziert sind, auf Bereiche loslässt, von denen sie keine Ahnung haben.

Hermann Felber Aufkirchen


Die Bevölkerung regt sich über die gravierenden Missstände und zurecht über die zuständige Lebensmittel-Überwachung auf. Leider ist es der Verbraucher selbst, der diese wie man sieht wenig seriös arbeitenden Betriebe immer größer macht, und das eigentliche Handwerk des Bäckers in Verruf bringt. Was haben Brot, Semmeln und Brezen dieser massenhaften Fabrikherstellung mit dem Lebensmittel das ein Bäcker der noch selber backt gemeinsam? Bei Nahrungsmitteln wird immer mehr gegeizt und alles muss immer noch billiger werden, dass dies eventuell sogar krank machen kann, wird stets billigend in Kauf genommen. Diese Mentalität des Verbrauchers ist es, die dem Handwerk, den Bauern und nicht zuletzt unseren Nutztieren das Leben so schwer macht.

Ewald Kielhauser Peißenberg


Die Verantwortlichen bei Müller-Brot haben vermutlich zu viel von der Serie Dschungelcamp gesehen. Da diese Serie bei Zuschauern immer beliebter wird, dachten sie, wir liefern gleich mal ein paar All-inclusive- Dschungelcamp-Semmeln. Spart sogar die Belegung mit Wurst und liefert Dschungelcamp-Feeling frei Haus. Motto: Was für die Promis gut ist, kann für die Bevölkerung auch nicht schlecht sein. Leider hat Müller-Brot vergessen, ihre Semmeln zuerst werbewirksam durch Bach und Zietlow vermarkten zu lassen. Na dann, bon appétit!

Peter Mühlberger München

Als ehemaliger technischer Leiter in einem Feinkostbetrieb kann ich aus eigener Erfahrung behaupten, dass die Einhaltung der geforderten Hygiene erstens schwierig ist und zweitens von jedem Mitarbeiter abhängt. Solange jedoch der deutsche Verbraucher nicht bereit ist, für ein Lebensmittel (nicht Alu-Felgen, Klamotten oder Treibstoff) angemessen zu bezahlen, wird in den Betrieben nur minderqualifiziertes Personal beschäftigt.

Andreas Pfläging Dießen

Ganz einfach ein Saustall! Aber jetzt sollte man ein bisschen nachfragen, wie es soweit kommen konnte. Das war schon seit Jahren bekannt. Wie arbeiten die Behörden und deren Angestellten? Die werden vom Steuerzahler bezahlt und sollten den auch schützen. Je größer ein Betrieb, um so mehr wird abgewartet und vertuscht. Warum? Da darf man sich doch seine eigenen Gedanken machen, oder? Mir persönlich tun die netten freundlichen Verkäuferinnen von Müller-Brot leid. Entweder müssen sie am ihren Arbeitsplatz bangen oder sie schämen sich, solche Machenschaften weiterhin mitzutragen. Bei mir gibt’s es keine Müller-Ware mehr.

Renate Riss Ohlstadt

Wenn bei einem Auto der Tüv mehrmals Mängel festgestellt hat und es werden diese nicht behoben, wird dem Kfz-Halter die Betriebserlaubnis kurzfristig ohne wenn und aber entzogen. Bei unserer Lebensmittelkontrollaufsicht dauert das über zwei Jahre. Das will uns den Verbrauchern einfach nicht in den Kopf, was ist das für eine von uns Steuerzahlern bezahlte Behörde. Wie wir weiter erfahren haben, wird tonnenweise Fertigteig für Brot und Semmeln aus den Ostblockstaaten von den Großbäckereien und für die Backshops bezogen, wer kontrolliert diese Betriebe, gibt es dort überhaupt unseren gesetzlichen Vorschriften entsprechende Kontrollen, wo es doch in der EU nicht einmal eine einheitliche Atomkraftwerkskontrolle gibt. Auch bleibt mir unverständlich, dass auf den Verpackungen für Lebensmittel der Firmen Aldi, Lidl, Rewe Toom, die Hersteller nicht ersichtlich sind. Gerne würden wir Lebensmittel aus Deutschland oder der näheren Umgebung bevorzugen, was aber ohne nähere Angaben auf den Verpackungen nicht möglich ist. Wann werden unsere Wünsche über nähere Angaben für uns Verbrauchern von Frau Aigner umgesetzt.

Gerhard und Elisabeth Lehnert Olching

Nicht nur bei Müller-Brot ist die lasche Vorgehensweise der Behörden ein Skandal, sondern auch bei einigen Amtsveterinären. Auch dort wird leider zu Lasten der Tiere mitunter jahrelang zugesehen bis dem Betreffenden die Tiere weggenommen werden. Dadurch entsteht der Eindruck, als würden manche Amtsveterinäre eher mit den Nutztierhaltern zusammenarbeiten, als die Tiere vor schlechten Haltungsbedingungen zu schützen.

Verena Wendt Weilheim


„Wut wegen Ekelbrot“; Leserbriefe 7. Januar

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