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Fremdfinanzierte Kapitalanlagen hochspekulativ

Steffen Habit: „Was Immobilien in Bayern kosten“; Geld & Markt 30. November

In Ihrem Bericht beschreiben Sie sachlich die Preissteigerung für Immobilien im Freistaat und zitieren dann die Auffassung eines Vertreters des Immobilienverbands Deutschlands, nachdem die Preise weiter steigen sollten („ein Ende sei nicht abzusehen“). Tatsächlich liegt die Ursache für Preissteigerungen in erster Linie in den fallenden Zinsen, die es erst ermöglichen, die nun teureren Objekte zu erwerben. Die Zinsen im Zehnjahresbereich für Immobilienkredite sind innerhalb eines Jahres um ca. 1% gefallen. Hat eine Familie einen monatlichen Etat von z.B. 1000¤ für eine Immobilienfinanzierung zur Verfügung und werden 70% des Kaufpreises fremdfinanziert, konnte vor einem Jahr bei angenommen 6% Zins und Tilgung ein Objekt mit 330.000¤ finanziert werden. Jetzt könnte der Kaufpreis bei unveränderter Monatsrate und gleichem Eigenkapital 370.000¤ betragen. Die Familie könnte also 12% mehr bezahlen – ein bemerkenswerter Hebel. In der letzten Woche stiegen die Zinsen im Zehnjahresbereich um 0,4%, das verteuert den Kauf um ca.4,5%, wohlgemerkt innerhalb weniger Tage. Im Klartext: Käufer vor einer Woche konnten das Objekt zwar billiger finanzieren, der Wert ist aber nun gesunken. Das „Sichern von angeblich billigen Zinsen“ ist möglicherweise ein gefährliches Unterfangen. Angesichts der Zinsentwicklung sind die Immobilienpreise eher moderat gestiegen, bei den Neubaudoppelhaushälften in München sogar unterhalb der Inflationsrate. Ein Zinsanstieg verbunden mit Arbeitslosigkeit könnte auf dem Wohnungsmarkt zu einem dramatischen Preisrutsch führen. Fremdfinanzierte Kapitalanlagen sind nun mal hochspekulativ. Nur ist bei einer selbstgenutzten Immobilie im Fall eines Totalausfalls nicht nur das eingesetzte Eigenkapital weg, sondern auch das Dach über dem Kopf.

Armin Seemann Freising

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