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Fusionierte Monsterpfarreien

Jetzt ist also raus, was in Wahrheit hinter dem Begriff „pastorale Raumplanung 2025“ steckt, einem Begriff, der seit einem Jahr die katholischen Christen im Bistum Augsburg in Unruhe versetzt: Ersatz der Kirche vor Ort durch Schaffung von fusionierten Monsterpfarreien, Verprellen engagierter Laien, Abschaffung demokratisch gewählter Pfarrgemeinderäte.

Dass kirchliches Leben zukünftig nicht einfacher wird, ist sicher allen klar, die sich in irgendeiner Weise mit unserer Kirche verbunden fühlen. Aber wie kann einer Bistumsleitung nur einfallen, den Gläubigen ihre angestammte Heimat zu nehmen? Gerade in ländlichen Pfarreien identifiziert man sich mit seiner „Kirche“, eine abstrakte, neu erschaffene Fusions-Pfarrei wird diese Menschen abschrecken. Wie bitte sollen alte und gebrechliche Menschen oder Gläubige ohne Fahrzeug zu den zentralen Eucharistiefeiern kommen? Gleichzeitig werden vor Ort ersatzweise angebotene Wort-Gottes-Feiern verboten! Nicht zuletzt wird damit den, aus der Not geborenen und mittlerweile Gott sei Dank zahlreichen Wort-Gottesdienst-Teams ein nicht zu überbietender Affront geboten. Was ist mit den vielen Zwergerl- und Kindergottesdiensten, die aus Altersgründen nicht als Eucharistiefeier abgehalten werden? Dürfen diese, von sehr engagierten Eltern vorbereiteten Feiern dann nur noch werktags oder am Sonntagnachmittag stattfinden? So werden sicher keine zukünftigen Gemeindemitglieder gewonnen, dafür aber engagierte Christen verprellt. Die Abschaffung der Pfarrgemeinderäte und der Ersatz durch einen „Pastoralrat“ ist ein weiterer Höhepunkt der vorgestellten pastoralen Neuordnung. Zunächst stellt sich die Frage wann es denn soweit ist. Wird 2014 keine Wahl mehr stattfinden oder werden die Pfarrgemeinderäte ohne Vorwarnung handstreichartig am Tag X abgesägt? Wer wird dem neuen Gremium angehören? Nur der Bistumsleitung genehme Personen, handverlesen vom Bischof? Oder wird es doch in den der neuen Fusionspfarrei zugehörigen Orten (Ortspfarreien gibt’s ja nicht mehr) eine Wahl geben und ein Vertreter gewählt? Voller Freude und Hoffnung war das ganze Bistum Augsburg, als Bischof Konrad Zdarsa die Nachfolge von Walter Mixa antrat. Diese Freude hat sich schnell relativiert. Leider sehe ich zukünftig eine Veränderung derzeit doch teilweise noch recht blühender kirchlicher Funktionalität in unserer Diözese in Verhältnisse, wie sie im Osten unserer Republik vorherrschen. Honi soit qui mal y pense!

Peter Ecker Vorsitzender des Pfarrgemeinderates, Hechendorf am Pilsensee


Wenn der Bischof von Augsburg an die Verheißung von Jesus Christus denkt „Wenn sich Zwei in meinem Namen versammeln ....” wird er vielleicht folgenden Brieftext abfassen müssen: „Hochheilige Himmlische Direktion, aus Rationalisierungs-Gründen sehen wir uns leider gezwungen, die Mindest-Teilnehmerzahl nun doch beträchtlich zu erhöhen – beziehungsweise durch die Zusammenlegung von Eucharistie-Feiern deutliche Synergie-Effekte zu schaffen. Wir bitten Sie um wohlwollendes Verständnis, zumal weltliche Unternehmen mit der Zusammenlegung von Produktions-Standorten und Mitarbeiter-Konzentration durchaus beachtliche Erfolge erzielen”. Zugeben, dieser Brief-Vorschlag ist nicht sehr ehrerbietig, aber: Gemeinsame ökumenische Feiern sind nicht mal aus Rationalisierungs-Gründen auf der Präferenzliste des Klerus. Oder doch?

Hans Jürgen Menge Gmund am Tegernsee


Claudia Möllers: „Bistum Augsburg zentralisiert die Messen“; Bayern 31. Januar, „Am Bedarf der Gläubigen vorbei“; Leserbriefe 2. Februar

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