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Gen-Soja im Futter

„Ich habe Ihren Artikel zum ,Streit um Gen-Soja eskaliert‘ gelesen. Erlauben Sie mir, die Gegenseite zu beleuchten. In Südamerika werden durch die Einführung der Gen-Soja mehr Herbizide eingesetzt, mit gravierenden Folgen für die lokale Bevölkerung und die Umwelt.

© dpa

Streit um Gentechnik in der Landwirtschaft

Hieran trägt auch Weihenstephan eine Mitschuld, weil sie nichts unternehmen, um den Einsatz von Gen-Soja bei den Futtermitteln ihrer Milchlieferanten zu unterbinden. Herrn Steinberger ist durch die Greenpeace Recherche-Veröffentlichung keinerlei Schaden zugefügt worden. Greenpeace hat die Namen der Bauern in der Veröffentlichung bewusst nicht genannt. Herr Steinberger stellt die Tatsachen auf den Kopf. Greenpeace ist sicher nicht an der Misere der Landwirte schuld. Im Gegenteil: Landwirte der Molkereien, die sich auf Druck von Greenpeace für eine Produktion ohne Gentechnik entschieden haben (Landliebe und Breisgaumilch), bekommen dadurch direkt einen höheren Auszahlungspreis. Qualität darf sich nicht nur an blumigen Werbeaussagen festmachen. Weihenstephan bedroht die Existenz der Landwirte, indem die Molkerei den Verbraucher betrügt! Wie lange lässt das der Verbraucher noch mit sich machen? Wenn die Landwirte nicht auf Soja verzichten wollen, so können sie problemlos gentechnikfreies Sojaschrot kaufen. Greenpeace unterstützt sie gerne mit Adresslisten von entsprechenden Futtermittellieferanten. Weihenstephan betreibt bei der Gentechnik eine totale Vogel-Strauß-Politik. Kopf in den Sand und hoffen, dass sich das Problem Gentechnik von alleine löst. Greenpeace fordert Weihenstephan auf, die Chance für einen wirklichen Qualitätsunterschied auf dem Milchmarkt zu ergreifen.“

 Nina Orthuber Erding


„Obwohl ich keine Milch- oder Schweinebäuerin mehr bin, frage ich mich trotzdem, wie es so weit kommen konnte. Deutschland ist eine Industrienation und war bis vor kurzem Exportweltmeister. Um die Inlandsnachfrage bei Industrieprodukten zu steigern, braucht der Bürger noch mehr Geld, das wird erreicht durch niedrige Lebensmittelpreise. Die Bauern – außer die Agrarfabriken – werden von allen Politikern der Industrie geopfert. Seit Jahrzehnten ist die Devise ,Wachsen oder weichen!‘ Wir haben drei Möglichkeiten, unsere Höfe zu erhalten: Nebenerwerb, Produktionssteigerung, Landschaftspflege. Die Zupacht ist in Westdeutschland zu teuer, wenn täglich ein Hof zubetoniert wird. Die Vergrößerung des Tierbestandes bringt Verschulden durch Stallbau, größeren Infektionsdruck, Futterzukauf, Einsatz von mehr Chemie und sogar Gentechnik. Nicht der Landwirt kann dieses Problem lösen, sondern der Verbraucher. Sind Sie bereit für Lebensmittel mehr Geld auszugeben? Kaufen Sie aus der Region, achten Sie auf die Inhalte? Wenn Tiere kein Soja fressen sollen, warum tun Sie es? Möchten Sie auch bei Lebensmitteln vom Ausland abhängig werden wie beim Sprit?“

Helga Hoyer Hochmutting


Helmut Hobmaier: „Streit um Gen-Soja eskaliert“; Bayern 16./17. Mai

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