Christine Cornelius: „Servus, Tschüss!“; Bayern 6. Februar
Eigentlich bin ich nicht der eifrige Leserbrief-Schreiber – dafür lese ich sie umso lieber, besonders auf der letzten Seite des Münchner Merkur. Aber heute ist mir beim Lesen eines Artikels die Galle umgekippt. Da ist sich eine ausgebildete Pädagogin in gehobener Position einer Passauer Schule nicht zu schade, ihr Jugenderziehungshaus zu einer „tschüssfreien Zone“ zu erklären. Dort wo Toleranz, Weltoffenheit, Vielfältigkeit, Verständnis gelehrt und gelernt werden soll, wird den Schülern ein Maulkorb vorgebunden. Es gibt mit Sicherheit eine Menge Wörter, die meist den unteren Teil des menschlichen Körpers betreffen, auf deren Nichtanwendung ein Lehrer und Erzieher achten sollte. Aber „Tschüss“ und „Hallo“? Auf welchem Stern leben wir denn? Damit man mich richtig versteht: Ich liebe Dialekt. Jedes deutsche Land sollte seinen ureigenen Dialekt pflegen. Und ich bin gut abgehärtet. Meine Frau spricht seit nunmehr 29 Jahren nur urbairisch mit mir. Ich verstehe sie sogar (natürlich nur, wenn ich will). Auch habe ich noch keinen solchen grimmigen „Mir-san-mir“-Typen, der ausschließlich Bairisches gelten lässt, kennengelernt, höchstens im Fernsehen oder als Karikatur. Eigentlich sollte Hetze, Verachtung und Verächtlichmachung seit den Ereignissen in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts der Vergangenheit angehören. Aber scheinbar sterben Unbelehrbare wie Gastwirt Triebel und Rektorin Seibert nicht aus. Das ist traurig, aber vor allem nur noch dumm!
Walter Büttel Berufsflensburger und Wahlbayer, d.h. Weltbürger, Gmund
Harry Maier München
Münchner Merkur
Ressort Leserbrief
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