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„Herdprämie“ Unwort des Jahres

Was geht es eigentlich den EU-Kommissar Andor an, ob wir unseren Eltern ein Betreuungsgeld zahlen möchten?

Solange unsere Jungen nicht einmal einen Arbeitsplatz finden (in manchen EU-Ländern sind es 20 und mehr Prozent), besteht vorrangig die Notwendigkeit, diesen einen Arbeitsplatz zu beschaffen. Darum sollte sich Herr Andor Sorgen machen. Natürlich sollen auch Frauen einen Arbeitsplatz bekommen, wenn sie einen wollen, aber es sollte auch jeder Mutter überlassen werden, ihr Kind vor allem in den ersten Jahren zu Hause aufzuziehen und ihm die Liebe zu geben, die es in einer Krippe sicher so nicht bekommen wird. Ein Betreuungsplatz in einer Krippe steht damit für andere zur Verfügung, die ihn dringend brauchen, sofern überhaupt einer vorhanden ist. Ich lese immer, dass es viel zu wenige gibt. Und ein solcher Krippenplatz, den sich die darbenden Kommunen damit ersparen, kostet mehr als das Betreuungsgeld. Von „Herdprämie“ zu sprechen ist eine Unverschämtheit. Dies wäre neben „Dönermorden“ auch ein Unwort des Jahres.

Wolfgang Fischbacher München

Nach der linksliberalen Opposition (menschenverachtendes Stichwort „Herdprämie“) und der deutschen Wirtschaft äußert nun auch unsere allerliebste EU-Kommission Kritik am Betreuungsgeld! Es scheint so, als ob eine „Unsumme“ von 100 oder sogar 150 Euro extra pro Familie und Kind einen Skandal darstellt – und das bei gleichzeitiger Entlastung der öffentlichen Kassen durch den Verzicht auf Fremdbetreuung, welche die öffentliche Hand ein Vielfaches kostet! Was will die EU eigentlich von Deutschland? Während man die Kleckerbeträge, die in eine „traditionelle“ Familienpolitik fließen und damit die langfristige Leistungsfähigkeit der Volkswirtschaft gewähren, anprangert, fordert man gleichzeitig von Deutschland weitere Gelder in zwei- bis dreistelliger Milliardenhöhe, um die Misswirtschaft in anderen EU-Ländern zu kompensieren. Eigentlich ist dies zu unlogisch, um es zu verstehen. Vielleicht liegt die Erklärung darin, dass es gerade in der EU dogmatische Prinzipien gibt (zum Beispiel „Gender Mainstreaming“), die über das Recht des Einzelnen auf Selbstbestimmung gestellt werden. Die EU sollte aber auch nicht vergessen, dass man die Kuh, die man melken möchte, auch füttern muss. Der Bundesregierung wünsche ich, dass sie über ausreichend Souveränität verfügt, um eigene Entscheidungen zum Wohle unserer Bevölkerung zu treffen – und zwar in allen Belangen, sei es beim Thema Eurobonds oder auch beim Thema Betreuungsgeld. Das wäre auch für ganz Europa von Vorteil.

Thomas Lautenschlager Olching

Als Mutter und Oma macht mich die Anmaßung, mit der sich die EU-Kommission in die deutsche Familienpolitik einmischt, sehr zornig. Was ist so positiv daran, ein Kleinkind, das noch nicht einmal imstande ist, seine Gefühle in Worte zu fassen, in einer Kinderkrippe unterzubringen, und dies in einem Alter, in dem die meisten, den Charakter eines Menschen prägenden Verknüpfungen stattfinden? Was spricht dagegen, seinem Kind die Möglichkeit zu bieten, Geborgenheit zu erfahren, Vertrauen zu entwickeln und seine Eltern lieben und kennen zu lernen? Oder will irgendjemand ernsthaft behaupten, ein Kind in der Krippe erfährt das gleiche Ausmaß an Liebe, Zuwendung und, sofern nötig, auch an Tröstung wie zu Hause bei Mutter und Vater? Ich habe Frauen kennengelernt, die während der Schwangerschaft beteuerten, nach der Geburt so bald wie möglich wieder arbeiten zu wollen und dann unter der zeitweiligen Trennung von ihrem Baby sehr litten. Mir scheint, Herr Laszlo Andor zählt zu den Menschen, die einer kollektiven Erziehung von Kleinkindern den Vorzug geben, offensichtlich geht es auch hier um Gleichmacherei. Individuell angelegte Charaktere sind bei vielen (vor allem ideologisch angehauchten) Politikern mittlerweile unerwünscht.

Annemarie Fischer Wielenbach

„EU rügt das Betreuungsgeld“; Titelseite 2. Februar

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