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Jagd am besten einstellen

Armin Forster: „Der Wildschweingipfel von Freising“; Bayern 25. Januar

Gegen die angebliche Wildschweinplage mit einer stärkeren Bejagung vorzugehen, ist der falsche Weg. Denn obwohl in Deutschland so viele Wildschweine geschossen wurden, wie noch nie, steigt ihr Bestand weiter. So paradox es klingen mag: Je mehr Jagd auf Wildschweine gemacht wird, desto stärker vermehren sie sich. Auf diesen Zusammenhang weisen Forscher und wissenschaftliche Studien hin. So kommt eine französische Langzeitstudie, die im renommierten „Journal of Animal Ecology“ veröffentlicht wurde zu dem Ergebnis, dass dort wo hoher Jagddruck herrscht, die Fruchtbarkeit bei Wildschweinen wesentlich höher ist, als in Gebieten, in denen kaum gejagt wird. Zudem tritt bei intensiver Bejagung die Geschlechtsreife deutlich früher ein, so dass bereits Frischlingsbachen trächtig werden. Selbst Norbert Happ, der bekannteste deutsche Wildschweinkenner – selber Jäger – prangert in der Jägerzeitschrift „Wild und Hund“ (23/2002) an, dass für die explosionsartige Vermehrung der Wildschweine die Jäger selbst verantwortlich sind. Seiner Meinung nach löst Jagd keine ökologischen Probleme, sonder schafft sie erst. In Ausgabe 22/2008 dieser Zeitschrift beklagt ein anderer Autor ebenfalls, dass Jäger die Verursacher der „Sauen-Schwemme“ sind. Durch den Abschuss der Leitbache gerät das empfindliche soziale Gefüge der Rotte durcheinander. Der Keiler deckt nun alle Sauen – die Population steigt dramatisch. Zudem tragen einige Jäger sogar selbst durch ganzjährige legale oder illegale Zufütterungen zur starken Vermehrung der Wildschweine bei. Am besten wäre, die Jagd einzustellen. Dann regulieren sich die Bestände von allein.

Verena Wendt Weilheim

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