„Chancen der grünen Gentechnik"; Leserbriefe 18. Februar, „Bayern: Abkehr von der Gentechnik"; Titelseite, Boris Forstner: „Söders erste Taten"; Kommentar 11. Februar
„Die Studien führt jedoch hauptsächlich die Gentechnik-Industrie durch und die ist nicht neutral. Gentechnik hilft nicht gegen den Hunger. Seit Jahrzehnten verspricht die Gentechnik-Branche immer neue Wunderpflanzen gegen Hunger und Krankheit. Geliefert hat sie bisher nichts. Eine wirkliche Lösung des Hungerproblems bietet die ökologische und sozial gerechte Landwirtschaft.
Ist Gentechnik nur eine andere Züchtung? Die herkömmliche Züchtung arbeitet nur mit Organismen der gleichen Art oder mit nahen Verwandten. Bei der Gentechnik wird Erbmaterial von Bakterien, Viren, Pflanzen, Tieren und Menschen isoliert und in andere Lebewesen übertragen. Dabei werden die natürlichen Artgrenzen überschritten. In einem gentechnisch veränderten Organismus (GVO) ist das genetische Material also so verändert worden, wie es unter natürlichen Bedingungen nicht vorkommen würde. Bei Saatgutsorten wird das Korn zur Unfruchtbarkeit gezüchtet. Dadurch muss Saatgut von den Großkonzernen erworben werden. Die Anbaugenehmigung bleibt bei den Konzernen, die Bauern erhalten lediglich eine Lizenz zum Anbau. Daneben sind sie gezwungen, spezielle Spritzmittel dieser Firmen zu verwenden. Nach der Ernte müssen nochmals Abgaben entrichtet werden. Studien belegen inzwischen den Zusammenhang von 200 000 Selbstmorden indischer Kleinbauern in den letzten 20 Jahren.
Maria Bernart
Gaißach
„Beim Durchlesen dieses Leitartikels ist mir unwillkürlich das Märchen von dem bösen Wolf und die sieben Geißlein eingefallen. Der Wolf in Gestalt von Herrn Söder hat Kreide gefressen um die Geißlein – sprich Wähler – zu täuschen. Dieser Eindruck beruht auf der Tatsache, dass Herr Söder im Bayerischen Landtag bereits einen Tag später, also am 12. Februar 2009 in namentlicher Abstimmung sich gegen die Vorschläge der SPD, der Grünen und der freien Wähler gestimmt hat. Die FDP-Fraktion hat ihn dabei tatkräftig unterstützt. Der Antrag der SPD Fraktion lautete: Vorsorge für ein künftig gentechnikanbaufreies Bayern treffen; MON 810-Anbau aussetzen und verbieten. Die Ablehnung dieses Antrags seitens CSU und FDP sagt doch eigentlich alles! Statt dessen wurde wie gewohnt ein wachsweicher eigener Vorschlag eingebracht, der alles offen lässt. Zur Not kann man sich ja auch noch hinter der EU verstecken. Dieses Abstimmungsverhalten wurde bereits schon am 16. April 2008 von der CSU an den Tag gelegt. Man könnte fast meinen der ,Ypsilantismus‘ ist in Bayern angekommen! Übrigens hat die CSU/CDU mit der FDP in München, in Berlin und in Brüssel einen glühenden Anhänger dieser Agrogentechnik gefunden Siehe Web Seite www.Happach-Kasan.de Wenn jetzt aber jemand meint, dass der Pharmakonzern Monsanto(USA) über Parteispenden seine Finger (hier und in Brüssel) im Spiel hat, den muss ich wahrscheinlich enttäuschen. Noch einen kleinen Hinweis an alle Parteien für die nächsten Wahlen: 80 Millionen Deutsche (auch Wähler) wollen und brauchen kein genverändertes Saatgut. Nur Monsanto, die dieses Saatgut herstellen und patentiert haben und damit weltweit die Nahrungsmittelindustrie beherrschen können, hat natürlich größtes Interesse an diesem Geschäft. Wir sollten die Finger davon lassen dies ist ein guter Rat an Herrn Söder und auch an unsere Landwirtschafts- und Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner in Berlin. Hinter vorgehaltener Hand wird auch schon gesprochen, dass Frau Merkel und Frau Schavan CDU sich auch für diese Agrogentechnik aussprechen. Monsanto lässt schön grüßen. Wir sollten diese Damen an ihren Amtseid erinnern Dort steht geschrieben: Schaden vom deutschen Volk abzuwenden."
Wolfgang Drexler
Gauting
Münchner Merkur
Ressort Leserbrief
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