„Bauern blicken zuversichtlich in die Zukunft“; Bayern 30. Januar
In den vergangenen Jahrzehnten hat der Tierschutz immer wieder darauf hingewiesen, dass Antibiotika in der Massentierhaltung nicht nur bei erkrankten Tieren gezielt eingesetzt wird, sondern auch als Masthilfe bei gesunden Tieren. Dass damit nicht nur bei den Tieren eine Resistenz gegen Antibiotika entstehen kann, sondern über die Produkte auch bei den Menschen, ist fast zwangsläufig. Selbstverständlich wird das immer wieder dementiert und die verantwortlichen Politiker schließen sich diesem Dementi nur allzu gern an, und sprechen, im günstigsten Fall, von nur „schwarzen Schafen“. Auch bei der jetzt aufgetretenen Viruserkrankung, die ganze Tierbestände qualvoll verenden lässt, flüchtet man sich in die Behauptung, dass für die Menschen keine Gefahr besteht, obwohl man die aktuelle Ursache überhaupt nicht kennt. Die zuständige Ministerin, Ilse Aigner, und ihr bayerischer Kollege, Dr. Huber, gehen offensichtlich davon aus, dass es genügt, auf der grünen Woche in die Kameras zu lächeln und darauf zu warten, dass das Thema aus den Medien verschwindet, im Vertrauen auf das Kurzzeitgedächtnis der Bevölkerung. Alles wie gehabt! Dass es hier auch um den Begriff Tierschutz geht, scheint die Politik ohnehin nicht zu interessieren. Die verantwortlichen Politiker sind deshalb aufgefordert, zur Kenntnis zu nehmen, dass Tierschutz nicht als Thema für empfindsame Herzen, Idealisten, Sektierer oder auch nur für Tierfreunde angesehen werden kann, sondern als Anliegen, das uns alle angeht. Und dies muss zur Folge haben, dass die Massentierhaltung in der heutigen Form nicht mehr zulässig ist. Vielleicht hilft dabei die Erkenntnis, dass der Tierschutz im Grundgesetz verankert wurde, ohne bisher Berücksichtigung erfahren zu haben. Hans-Baldur Liedl Tutzing
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