„Deutsche Schlusslicht beim Lohn-Plus“; Titel 9. September, „Ein Lichtblick für Senioren“; Im Blickpunkt 9. September
„Ihre Rente reicht nicht zum Leben. Oft müssen sie am Monatsende hungern. Mit nur 35 Euro Patenschaft im Monat können sich wieder einige unserer älteren Mitbürger satt essen oder die GEZ bezahlen. Da frage ich mich schon: In welcher Welt leben wir überhaupt? Als Antwort hat die Bundesregierung angekündigt, das ,Phänomen‘ Altersarmut untersuchen zu lassen. Das Geld für die teure Kommission können sie sich sparen. Denn das Ergebnis dieser Untersuchung wird ja bereits im Artikel ,Deutsche Schlusslicht beim Lohn-Plus‘ beschrieben. In dem Artikel steht es schwarz auf weiß: ,Bruttoverdienste seit 2000 um 21,8 % gestiegen.‘ Wenn man nun die Rentenerhöhungen dagegenhält, kommt im gleichen Zeitraum eine unbereinigte Erhöhung von 9,8 % zum Vorschein. Ein Unterschied von sage und schreibe 12 % innerhalb der vergangenen zehn Jahre. Betrachtet man diese Entwicklung noch unter dem Aspekt der Rente mit 67, so wird dieser Unterschied noch gravierender. Diese Abkoppelung der Renten von den anderen Einkommen führt dazu, dass die Rentner um ein würdiges Leben im Alter kämpfen müssen. Es steht auch die Frage im Raum: Was ist das für eine Rentenformel, die dafür sorgen soll, dass die Renten an die Löhne angeglichen werden, die aber die Schere zwischen Renten und Löhnen immer größer werden lässt. Geht diese Entwicklung so weiter, so werden in den nächsten Jahrzenten Millionen Rentner Schritt für Schritt in die Altersarmut getrieben. Die verantwortlichen Politiker sollten wenigstens die Größe haben, zuzugeben, dass sie ihre ruinöse Haushaltsführung bewusst auf den Rücken der sozial Schwachen austragen und die Altersarmut dafür in Kauf nehmen. Um das zu sehen, braucht man keine Kommission, auch wenn diese Art von Politik ein profanes Mittel ist, Probleme zu umgehen. Stattdessen schlage ich vor, das Geld für die Kommission dem Verein ,Lichtblick Seniorenhilfe‘ zur Verfügung zu stellen.“
Peter Rippler
Vorsitzender KV-Erding Rentnerinnen- und Rentnerpartei
Münchner Merkur
Ressort Leserbrief
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