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Von der Musik erschlagen

Es ist unerträglich, dass Spielfilme und Dokumentarfilme von lauter Filmmusik fast ohne Pausen geradezu erschlagen werden.

Dialoge und Erläuterungen sind oft kaum oder nur schwer zu verstehen. Im Wald und im Gebirge herrscht in der Regel erholsame Stille, bereichert von Blätterrauschen und Vogelzwitschern. Ein laut spielendes Sinfonieorchester ist mir dort noch nie begegnet. Ein Mord wurde auch noch nie von einem Trommelwirbel oder Geigengekrächze begleitet. Filmproduzenten und Regisseure sollten den Betrachter durch eine wirklich spannende Handlung bzw. durch echte Abbildung des Geschehens faszinieren und Filme nicht durch permanente Hintergrundsmusik verfremden. Was für einen Spannungsbogen könnte man aufbauen, indem das Anschleichen eines Mörders durch beklemmende Atemgeräusche, das Knacken von Zweigen oder das Quietschen einer Tür den Betrachter fasziniert. Mein Appell an alle Filmproduzenten und Regisseure lautet daher: Reduzieren Sie bitte diese übertriebene und viel zu laute Filmmusik. Besinnen Sie sich wieder auf die wahren Elemente kreativer Filmkunst! Wir Betrachter wollen von Ihnen gute Filme sehen. Wenn wir Musik hören wollen, legen wir lieber eine CD auf oder gehen ins Konzert.
Werner Klein
Unterschleißheim

Jörg Heinrich: „Alles geht im Klangbrei unter“, Interview mit Günther Schramm; Menschen 7. Oktober

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