024.05.09|Bayern und Region|Bayern und Region|
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„Wo bleiben Politiker, Heimaufsicht und Medizinischer Dienst der Krankenversicherung (MDK), die der Pflegekraft Frau Stephanie Flähmig beiseitestehen und offen diese Missstände in diesem Heim zugeben?

© dpa
In der Altenpflege tauchen immer wieder Missstände auf.
Es ist ja nicht das erste Heim der Diakonie, das Missstände aufweist. Welchen Druck muss die Diakonie-Belegschaft des Stephanus-Pflegeheims in Dinkelsbühl ausgesetzt sein, dass sie sich mit ihrem Arbeitgeber ,arrangieren muss‘, um Unterschriften gegen die Vorwürfe zu sammeln? Hier wird Mobbing schon von oberster Stelle propagiert. Der Fisch stinkt immer vom Kopf. Dass die Diakonie kein unbeschriebenes Blatt ist, zeigt auch ein Bericht, in welchem berichtet wird, dass die Diakonie in steigendem Maße die Interessen ihrer Beschäftigten missachtet. Hier muss an erster Stelle die Gewinn-Gier der Diakonie in den Raum gestellt werden, dass solche Missstände überhaupt in ihren Heimen auftreten können. Weiter steht die Unfähigkeit des Heimleiters oder Geschäftsführers im Raum, solche perverse Pflege zuzulassen. Eine beherzte Pflegekraft auf das Übelste zu denunzieren, ist eine Schande oberster Güte! Gemeinnützig sind diese Verbände schon lange nicht mehr – sie sind gemein – nicht nützig! Wann werden Heime durch die Politik gezwungen, ihre Pflegekosten offenzulegen? Die Pflegestufe III umfasst eine Pflegezeit pro Tag von 300 Minuten = 5 Stunden. Würden jedem Pflegebedürftigen der Stufe III diese Pflege pro Tag zuteil, wäre auch in den Heimen eine menschliche Pflege gewährleistet. Heime sind Dienstleister, die auf Grund eines Heimvertrages Verantwortung für Pflegebedürftige übernommen haben. Warum sollen solche Dienstleister von monatlichen maschinellen Abrechnungen verschont werden? Auftraggeber ist immer noch der Pflegebedürftige bzw. sein Angehöriger oder Betreuer. Transparenz der Heime gehört auf den Tisch und am Jahresende die Bilanzen pro Heim! Jede couragierte Pflegekraft, die Charakter zeigte und Missstände öffentlich machte, wurde von Politik, MDK und Heimaufsicht im Regen stehen gelassen. Solch einer Pflegekraft gehört das Bundesverdienstkreuz verliehen und nicht, dass sie am Ende der Hetzjagd von Arbeitgeber und restlichen Beschäftigten auf Hartz IV angewiesen ist bzw. aus Frust und seelischen Notstand den Altenpflegeberuf verlässt.“
Roswitha Hiefinger Volkenschwand
„In erster Linie zolle ich den beiden jungen Pflegekräften Anerkennung, Dank, Respekt für ihr mutiges Vorgehen und ihre große Zivilcourage, um weiteren Schaden abzuwenden bei älteren und meist schwerstkranken Menschen. Ich gehe davon aus, dass die beiden Berufsanfänger nicht nur Unterstützung von ihren Vorgesetzten bekommen, sondern dass dies auch in den Medien entsprechend gewürdigt wird, nur so können auf lange Sicht die ,Schwarzen Schafe‘ eliminiert werden. Es zeigt sich hier wiederum ein Systemfehler und von den Verantwortlichen hört man allerorts großes Bedauern und Wehklagen. Aber keiner ist anscheinend bereit, eine Analyse zu erstellen. Warum nicht? Liegt es vielleicht auch am Personalschlüssel? Geld ist in der Pflege genügend vorhanden. Dies wissen auch die Politiker. Bloß wo versickert dieses Geld? Warum geht die Politik gegen diese Machenschaften nicht entschieden vor? Wer sitzt in den Gremien für die Kontrolle der Altenheime? Der Landrat, der Oberbürgermeister, die Präsidenten der zuständigen Verbände, die auf einmal eine zusätzliche Einnahmequelle versiegen sehen. Wann setzt die Politik gemäß XI. Sozialgesetzbuch, Paragraph 105, die maschinenlesbaren Abrechnungsunterlagen durch, die seit dem 1. Januar 1996 gefordert werden? Das Bundesministerium für Gesundheit hat bereits vor Jahren nach dem Pflege-Qualitätssicherungsgesetz (PQsG), den Nachweis des Personalabgleichs, Paragraph 80 a Abs. 5 SGB XI-E gefordert, weil von 22 Pflegeeinrichtungen 18 Einrichtungen, die im Frühjahr 2000 durch den MDK kontrolliert wurden, nicht den entsprechenden Pflegeschlüssel eingehalten haben. ,Eine vertragswidrige Unterbesetzung von zehn Vollzeitkräften bedeutet, auf ein Jahr hochgerechnet, einen Erlös (,windfall-profit‘) von rund 800 000 DM, dem keine entsprechende Leistung der Pflegeeinrichtung gegenübersteht.‘ Ich darf auch noch den bayerischen Ministerpräsidenten zitieren, der beim 35. Pflegestammtisch in München am 12. Oktober 2005 sagte, als er noch Vorsitzender des VdK war, dass Heime die größten Dunkelkammern Deutschlands sind. Hier fällt mir nur ein: Kostenoffenlegung und solch mutige Pfleger mit Zivilcourage und Ausschalten der untätigen Politiker. Nur so können wir diese Probleme lösen.“
Kurt Hanauer Mitinitiator des Nürnberger Pflegestammtisches
„Skandalöse Zustände in Pflegeheim“; Bayern 18. Mai, und „Heimskandal: Pflegerin wird angefeindet“; Bayern 19. Mai
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