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Rechtschreibreform und kein Ende

Rechtschreibreform und kein Ende

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"Die Meinungen zum Thema Rechtschreibreform sind zwangsläufig unterschiedlich. Jedoch scheint mir die Neigung zur Ablehnung ziemlich groß.

Der Kommentar von Georg Anastasiadis endet klar und deutlich: ,Die Rechtschreibung ist ruiniert, ein nationales Kulturgut liegt in Trümmern.'

Leserbriefe zu diesem Thema wirken zunehmend wie Kabarett-Nummern mit zum Teil recht netten Wortspielereien.

Aber wem hilft das?

Wer fragt überhaupt, wem dieses seltsame Reformunternehmen nützt?

Dazu gibt es eine klare Antwort:

auf dem Buchmarkt den Konkurrenten des Duden-Verlages des Bibliographischen Instituts Mannheim / Wien / Zürich! Jetzt sind die anderen Wörterbuchverlage auf dem Markt mit dem neuen, laufend veränderten Regelwerk und mit vielen Abweichungen.

Ob diese Änderung sich wirtschaftlich lohnt, kann ich nicht beurteilen. Der Schaden aber, der allen Benutzern, besonders den Lehrern und Korrektoren zugefügt ist, liegt auf der Hand: Die einzige und zuverlässige Quelle für Rat und Hilfe in Rechtschreibfragen ist ausgetrocknet worden, indem man (wer ist das eigentlich?) die seit 1902 für den ganzen deutschen Sprachraum zuständige Duden-Kommission durch eine neue Kommission ausgehebelt hat. Und an deren Stelle steht jetzt der ,Rat für deutsche Rechtschreibung'. Damit ist auch das Alleinverlagsrecht des Duden-Verlages gebrochen!

So gehört, meiner Meinung nach, das Thema eher in den Wirtschaftsteil der Medien als in den Kulturteil!

Aber keine Angst, trotz der Unsicherheiten! Die vernünftigen und guten Deutschlehrer wussten auch vor der Reform, wie sie mit den bekannten Problemfällen umzugehen hatten, und sie wissen es auch jetzt!

Denn kluge Praxis ist glücklicherweise barmherziger als Theorie und Regelwut."

Hermann Reichenbach

Wolfratshausen-Waldram

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