„Vor einer Woche fanden in Garmisch-Partenkirchen zwei Bürgerentscheide zur Olympiabewerbung für 2018 statt. Seither sind eine Reihe von kontroversen Kommentaren erschienen, zu denen ich mich hier äußern möchte.
Es ist erschreckend, wie ein knappes Stimmenplus beim Bürgerentscheid gegen die Olympiabewerbung von den Befürwortern nun in einen klaren Triumph verwandelt wird. Erschreckend ist auch die offenkundige Verwechslung von ,Demokratie‘ und ,Rechtsstaat‘. Eine demokratische Entscheidung bedeutet noch lange keine Rechtmäßigkeit des Streitpunkts. Somit ist es für mich weiterhin nicht in Ordnung, wenn sittenwidrige Verträge abgeschlossen werden bzw. eine Situation unterstützt wird, die letztendlich eine Enteignung von Grundbesitz herbeiführen wird. Mit einer derart hohen Zahl von Befürwortern hatte ich nach den vielen persönlichen Gesprächen nicht gerechnet. Die wirtschaftlichen Gefahren für den Ort sind zu deutlich erkennbar. Letztlich ist es deprimierend, wenn so viele geistig nicht in der Lage sind, Luftblasen wie ,Infrastruktur‘ (nach dem Februar 2018 geht es ans Schuldenrückzahlen), ,Chancen für den Nachwuchs‘ (wie soll denn Olympia zu einer Firmenansiedlung beitragen?) sowie Behauptungen einer Fahrzeitverkürzung nach München um 20 Minuten (bei nur wenigen Kilometern Ausbau der Bahnstrecke) oder eines illusorischen Kostenanteils von Garmisch-Partenkirchen von 7,4 Millionen Euro zu durchschauen. Wer kommt für den Geschäftsausfall der Zugspitzbahn AG auf? Der Markt tut gut daran, statt nach Olympia zu gieren, aufzuarbeiten, warum die Veranstaltung von vielen Großereignissen bislang zu keinem wirtschaftlichen Aufschwung geführt hat. Das ist ohne den Zuschlag dann ohnehin erforderlich.“
Dr. Thomas Trickl Garmisch-Partenkirchen
Erich Graf München
„Streit um Münchens Olympia-Bewerbung hält an“; Leserbriefe 12. Mai, Matthias Kristlbauer und Janine Tokarski: „Olympia 2018: Der Protest geht weiter“; Bayern 10. Mai
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