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Staatsregierung stellt Gewinnstreben über Jugendschutz

„Schon mit 18 in die Spielbank“; Titelseite, Dirk Walter: „Der falsche Weg“; Kommentar 27. Januar

Ein weiteres trauriges Beispiel für die Tatsache, dass selbst bei der bayerischen Staatsregierung Gewinnstreben über Moral und Anstand triumphiert, ist der Vorschlag, das Eintrittsalter für die bayerischen Spielbanken auf 18 abzusenken. Grund ist ja einzig die defizitäre Lage der Spielbanken, wobei zwei von diesen noch nie Gewinn abgeworfen haben. Die bestehende Altersbeschränkung ist ja mit Sinn und Verstand aufgenommen worden zum Schutz der Jugendlichen. Nun hat man ein Gewinnproblem und diese Tatsache macht selbstverständlich den Jugendschutz obsolet. Damit stellt man glasklar das Gewinnstreben der Spielbanken der bayerischen Staatsregierung über den Jugendschutz. Eine Gleichstellung mit den Privaten hätte man auch dadurch erreichen können, dass die Altersbeschränkung von 21 Jahren gesetzlich für alle verbindlich gemacht wird. Mir ist sowieso nicht einsichtig, warum eine bayerische Staatsregierung defizitäre Spielbanken betreiben muss, welche keinerlei infrastrukturelle oder grundlegende Versorgungsaufgabe haben und keinen Mehrwert für die Gesamtbevölkerung darstellen, welcher nicht durch private Organisationen effizienter erbracht werden könnte. Da wäre es wesentlich sinnvoller, das hier verschwendete Geld für Bildung auszugeben, oder für den DSL-Ausbau auf dem Lande oder als Lohnaufbesserung für die Krankenschwestern, die wirklich einen hohen Dienst am Menschen leisten und damit einen Wert für die Bevölkerung darstellen.

Andreas Eichhorn Otterfing


Gemeinden kämpfen gegen die „Spielhallenpest“ und die damit verbundene Verbreitung der Wett- und Spielsucht, die zu hoher Verschuldung und viel Leid und Verzweiflung der Süchtigen und Ihren Familien führen kann. Herr Staatssekretär Pschierer hingegen will die Beschränkung des Zugangsalters für Spielbanken auf 18 Jahre reduziert wissen. Herr Lerchenfeld möchte zudem die Werbung für Spielbanken erleichtern „um Waffengleichheit mit den Spielhallen herzustellen“. Den CSU-Herren geht es also nur um Geld (für den Staatssäckel?)und nicht ums Wohl unserer jungen Bürger. Anstatt für die möglichst weitgehende Beschränkung der Spielsuchtförderung einzutreten, wollen sie diese fördern. Werbung könnte analog der auf den Zigaretten schachteln meines Erachtens nur so lauten „Spielen kann süchtig machen und Sie in Schulden und Verzweiflung stürzen“, aber so hat es sich Herr Lerchenfeld sicher nicht gedacht. Wenn das unsere CSU-Volksvertreter sind, dann gute Nacht CSU. So jemand ist unwählbar.

Wolfgang Fischbacher München

Ja, sind Sie noch bei Trost? Landauf, landab wird versucht, der ausufernden Vermehrung der Spielhöllen Herr zu werden, um die Jugend wenigstens ansatzweise wieder auf den rechten Weg zurückzuführen. Das ist schwer genug, und die Kommunen fühlen sich von der Staatsregierung beileibe im Stich gelassen. Und dann kommen Sie mit so wenig hilfreichen Vorschlägen, den Zutritt für Casinos bereits ab 18 zu ermöglichen. Wissen Sie, meine Herren, dazu brauchen wir Sie nicht. Sie sollen vielmehr Schaden vom Volk abwenden, haben Sie einmal geschworen. Handeln Sie danach!

Jochen Weder Neufahrn

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