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Der Streit geht weiter

Wenn ein Katholik, auch ein Minister, an einer Abtreibung mitwirkt, dann ist er nach Kirchenrecht automatisch exkommuniziert.

Hans Maier hat aber eine Organisation mitbegründet, die ständig lebensgefährliche Scheine ausstellt. Das kann man doch nicht bestreiten. Er hat sich selbst aus der Kirche ausgeschlossen. Deshalb verdienen die Bischöfe Müller und Zdarsa Dank und Anerkennung dafür, dass sie für Klarheit gesorgt haben. Das Kirchenrecht und die Morallehre der Kirche gelten doch auch für Minister.
Dr. Eduard Werner
Andechs

Was sich einige Kirchenfürsten in der Auseinandersetzung mit Hans Maier leisten, ist ein unerhörter Skandal. Offenbar ist es noch nicht bis zu den Bischöfen durchgedrungen, dass wir seit über 200 Jahren in einem Aufklärungsprozess leben, dem wir – gegen den Widerstand der Kirche – die Freiheitsrechte und die Demokratie zu verdanken haben. Die Inanspruchnahme von Freiheitsrechten in guter demokratischer Gesinnung, wie Hans Maier dies als vorbildlicher Christ tut, ist keine Sünde, auch wenn er gegen die Vorgabe eines irrenden Papstes entschieden hat und Donum Vitae (= eschenk des Lebens) unterstützt. „Man muss Gott“, der die Liebe ist, „mehr gehorchen als den (engstirnigen) Menschen“ (Apg 5,29). Dies hat Hans Maier in mustergültiger und beispielhafter Weise getan. Deshalb: Solidarität mit Hans Maier! Egon Weiß Thalheim Professor Hans Maier ist für mich „der Katholik“ schlechthin und war auch als Kultusminister einer der wenigen Politiker, der ehrlich und geradlinig seine Aufgaben wahrnahm, dem man glauben konnte, was er sagte, den man durchaus als Vorbild bezeichnen kann. Die „Kirchenfürsten“ Müller und Zdarsa könnten von Hans Maier das Menschliche im Christsein lernen.
Karl Müller
Rienshofen

Die Tatsache, dass der Augsburger Bischof Professor Hans Maier von einer Veranstaltung in St. Ulrich verbannt hat, offenbart die Undankbarkeit gegenüber einem jahrzehntelangen verdienten Katholiken, zeigt die Unfähigkeit eines Klerikalen, sich mit einem Hochgebildeten auseinanderzusetzen, dies über den Sachverhalt der Schwangerenberatung, ein Streitthema, bei dem vor Jahren die Mehrheit der deutschen Bischöfe im Gegensatz zu Herrn Zdarsas heutiger Meinung standen. Donum Vitae durfte also durchaus kontrovers erörtert werden, bis zu Herrn Kardinal Ratzingers Ultimatum, dem sich nun Bischof Zdarsa ohne Not unterwürfig anbiedert. Was Augsburg verbrochen hat, dass es mit den reaktionären Oberhirten Stimpfle, Mixa und Zdarsa gestraft wird, bleibt mir verschleiert.
Ulrich Reinke
Weßling

Unsere jungen neuen geistlichen Gemeinschaften setzen uns seit Jahren für die Botschaft Christi ein in der Liebe zu seiner Kirche und erfahren immer wieder, wie viele junge Menschen aus dem Religionsunterricht weder Basiswissen noch Grundgebete mitbekommen haben. Die Kirche hat sich in den letzten Jahrzehnten in eine Sackgasse manövriert und kann nur wieder gesunden, wenn sie die Botschaft ernst nimmt. Wir jungen Menschen und die Weltjugendtage sind das beste Beispiel, dass es Tausende junge Menschen gibt, die wieder auf Christus hören wollen und keinen organisierten Apparat in der Kirche wünschen. Der Bischof ist der Bischof. Er ist der Nachfolger der Apostel. Er ist vom Papst eingesetzt. Wer katholisch ist, muss nicht in allem die Entscheidungen seines Bischofs bejubeln. Aber er muss ihn respektvoll behandeln und seine Entscheidungen mittragen. Auch wenn er von etwas anderem geträumt hat. In der Debatte nun Bischof Konrad wegen vorgelegter Strukturreformen DDR-Methoden zu unterstellen, ist primitiv. Bischof Konrad hatte selbst in unvorstellbar schwierigen Zeiten während der DDR-Diktatur maßgeblichen Anteil an der Aufrechterhaltung kirchlichen Lebens in der ehemaligen DDR. Anstatt einer Messe können Laien vor dem Tabernakel Christus anbeten, einen Rosenkranz beten, Heiligengeschichten lesen, Novenen beten und ihr Leben ganz auf Christus ausrichten. Meine Erfahrung ist, dass in unzähligen Dörfern die Fahrgemeinschaft für Feste und Feiern funktionieren. Sollte dann auch für das größte Geschenk, der heiligen Messe möglich sein. Alles andere sind Ausreden, und denken wir an die Christen in der Diaspora die 30 Kilometer zur Messe fahren müssen und es auch tun, wenn es ihnen um Jesus Christus geht. Bischof Zdarsa als Apostel hat die vollste Symphatie aller neuen geistlichen Gemeinschaften im Sinne der una sancta catholica.
Isabell Speidel
München

Hans Maier zu verbieten, in einer katholischen Einrichtung aufzutreten, sei ein Skandal, schrieb gestern Dr. Winfried Zehetmeier in einem Leserbrief. Heute widerspricht ein Leser dieser Meinung. Andere rufen zur Solidarität mit Hans Maier auf.

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