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Zum Wandel in der Kirche

Der christliche Glaube in unserer Diözese lebt vom dörflichen, gemeindlichen Charakter.

Fast jedes Dorf hat eine Kirche und Menschen dazu, die nicht nur in den Gottesdienst gehen, sondern sich aktiv für den Glauben einsetzen. Darauf sind wir hier in Bayern sogar stolz. In Zeiten des Wohlstandes hat der Glaube eine schweren Stand in der Gesellschaft. Es mag vielleicht auch Pfarrgemeinden geben, in denen es an Menschen fehlt, die sich für unseren Glauben einsetzen. Dort wird man die Gemeinde wohl auflösen müssen, so traurig es ist. Aber Aufgabe eines „Guten Hirten“ ist es, diese natürlich gewachsenen Strukturen zu erhalten. Der Gottesdienst muss dort gefeiert werden, wo Gemeinschaften bestehen. Dass diese Aufgabe die in Zukunft zur Verfügung stehenden Priester und Diakone nicht zur Gänze leisten können, haben frühere Bischöfe schon lange erkannt. Sie haben vorgesorgt und mit der Wortgottes-Feier eine Möglichkeit geschaffen. Die Menschen, die diese Wortgottes-Feier ehrenamtlich leiten, stehen in den meisten Pfarrgemeinden zur Verfügung.

Johann Haas Lektor und Mitglied der Pfarrverwaltung Hörbach



Liebe Schwestern und Brüder in unserer Nachbardiözese! Der Innsbrucker Pastoraltheologe Paul Weß schlägt vor, dass Gemeinden, die sonntags ohne Priester auskommen müssen, an den Wortgottesdienst eine Agapefeier, ein liturgisches Liebesmahl, anschließen könnten, bei dem Brot und Wein in Gebeten gesegnet und dann geteilt werden, als Symbol für das von Gott geschenkte Leben und die von ihm durch Christus gestiftete Gemeinschaft. Wir wünschen Euch, dass Ihr den Mut habt, dies in Euren Gemeinden, in Euren Gemeinschaften und Wohnungen zu vollziehen. Dieses Gemeinschaftsmahl, bei dem Jesus, gemäß seinen Worten: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“, gegenwärtig ist. Wir haben dies bei der Hochzeitsfeier unseres Sohnes in Jena praktiziert, und so war es ein Zeugnis für den gegenwärtig, auferstandenen Christus.

Christian und Brigitte Baumann Riemerling



Die Leserbriefschreiber, die sich gegen Umstrukturierungen in der Seelsorge aussprechen, machen sich etwas vor, wenn sie glauben, mit ihren Zusammenkünften die Eucharistiefeiern durch geweihte Priester ersetzen zu können. Das geht nicht. Daher ist es gut, dass der Augsburger Bischof so nachdrücklich auf die Eucharistie als die Mitte unseres Glaubens hinweist, denn es besteht die Gefahr, dass bei den Gläubigen der Sinn für das Altarsakrament und auch für die Priesterweihe verloren geht. Und was haben die Protestierer selbst schon getan, um dem Priestermangel abzuhelfen? Wie oft besuchen sie denn das gemeinsame Rosenkranzgebet in der Kirche oder die Anbetungsstunden vor dem in der Monstranz ausgesetzten Allerheiligsten? Verteidigen sie auch die offizielle Lehre der Kirche, wenn diese angegriffen wird? Mit einer subjektiven Auswahl von Glaubenswahrheiten ist es nicht getan. Priesterberufe brauchen eine kirchentreue Atmosphäre, um zu gedeihen. Jedenfalls verdient Bischof Zdarsa Dank und Anerkennung dafür, dass er das Erstrangige nicht durch das Zweitrangige verdrängen lässt.

Dr. Eduard Werner Andechs


Die monströsen Pastoralplanspiele – nicht nur in der Diözese Augsburg – werden hauptsächlich mit dem bestehenden Priestermangel begründet. Dabei ist dieser Mangel nicht wie ein unabwendbares Naturereignis hereingebrochen. Diese Entwicklung war schon vor vier Jahrzehnten absehbar, wenn Rom nicht bereit wäre, die Zulassungsbedingungen zum Priesteramt (Mann, Akademiker, ehelos) zu ändern. Eine solche Änderung hat aber 1969 der 42jährige renommierte Theologieprofessor Dr. Joseph Ratzinger – seit 2005 Papst Benedikt XVI. – für möglich gehalten. In einem Vortrag mit dem Titel „Wie wird die Kirche im Jahre 2000 aussehen?“ sagte er: „Sie (die Kirche morgen) wird auch gewiss neue Formen des Amtes kennen und bewährte Christen, die im Beruf stehen, zu Priestern weihen: In vielen kleineren Gemeinden bzw. in zusammengehörigen sozialen Gruppen wird die normale Seelsorge auf diese Weise erfüllt werden. Daneben wird der hauptamtliche Priester wie bisher unentbehrlich sein.“ In: Joseph Ratzinger, „Glaube und Zukunft“, München: Kösel-Verlag 1970, Seite 123.

Hans-Joachim Bertram Weilheim



Herr Zdarsa, ganz verstehe ich Ihr Personaldebakel nicht. Würden Sie einem Dachdecker den vollen Preis für ein Dach decken bezahlen, wenn dieser sagt, er habe kein Personal mehr? Sie müssen alles bezahlen, aber wenn er jemals wieder Personal haben sollte, deckt er das Dach fertig. Die Kirche äußert sich nicht gerade glücklich über die Nazizeit, allem anderen nach ist die Kirche aber glücklich über den Pakt, den der Papst Pius XII. mit dem Naziführer geschlossen hat, dass das deutsche Volk Kirchensteuer bezahlen muss. Das einzige Land auf der Welt. Aber sie wollen jetzt hergehen, weil ihre Kollegen es verschlafen haben, sich zeitig um Personal zu kümmern, City-Kirchen und Messen einzurichten. Das ist nicht richtig. Reduzieren Sie zuerst die Kirchensteuer oder schaffen Sie diese Steuer ganz ab! Dann könnten wir vielleicht Verständnis für Ihr Handeln aufbringen. Die Kirche ist nichts anderes mehr als eine große Firma. Die Seelsorge wird im Munde geführt, nur getätigt nicht mehr. Das ist kein Versäumnis der Menschen. Das ist ein grobes und fahrlässiges Versäumnis der Kirchenleiter.

Klaus Bröckermann Planegg

Claudia Möllers: „Bistum Augsburg zentralisiert die Messen“; Bayern 31. Januar, „Kahlschlag in der katholi- schen Kirche“ und „Fusionierte Monsterpfarreien“; Leserbriefe 3. und 4. Februar

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