Hohenfurch - Freude bei der Hohenfurcherin Martina Tremer (42): Sie hat bei einem Gewinnspiel von Antenne Bayern gewonnen, der Radiosender zahlt der querschnitts-gelähmten Frau einen Rollstuhl.

Martina Tremer mit ihrem faltbaren Rollstuhl, der ihr jetzt nachträglich von einem Radiosender bezahlt wird. Foto: hh
Der Jubelschrei von Martina Tremer hallt sicherlich heute noch in den Ohren von „Antenne Bayern“-Wetterexpertin Indra. Durch sie hat die Hohenfurcherin (42) am Montagmorgen telefonisch die Bestätigung bekommen, dass ihr der Sender im Rahmen der Aktion „Antenne Bayern zahlt Ihre Rechnung“ einen klappbaren Rollstuhl bezahlt.
Noch heute merkt man Tremer die Aufregung und Freude über den Gewinn an. Und es kommen in ihr immer noch Emotionen aus dem für sie schlimmen Jahr 1987 hoch: Nach einem Motorradunfall am Haslacher See bekommt die damals 18-Jährige die erschütternde Diagnose: Querschnittslähmung. Nie mehr laufen, ein Leben im Rollstuhl wartet auf sie.
Doch Kämpfertyp Martina lässt sich nicht unterkriegen - von Resignation keine Spur. Die junge Frau führt ein fast ganz normales Leben: Sie heiratet ihre Liebe Thomas, beide richten sich ein rollstuhlgerechtes Haus ein. Die Krönung des Glücks sind die gemeinsamen Kinder Marco und Vanessa, mittlerweile 18 und 13 Jahre alt.
Für enorme Erleichterung beim Aussteigen aus ihrem Auto sorgt ein zweiter Rollstuhl, der hinter ihrem Rücksitz griffbereit steht. Da die Krankenkasse diesen nicht bezahlt hat, musste Tremer die 3220,20 Euro selbst zahlen. Nun gab sich Martina einen Ruck und schickte die Rechnung an den Radiosender. Nachdem erst keine Antwort kam, hakte sie nach - und hatte Erfolg. Erst fragte der Radiomoderator Martina nach allen Regeln der Kunst aus, um ihr dann zu raten: „Einfach weiter Antenne Bayern hören.“
Für Martina nicht immer einfach: Dauernd hatte sie die Kopfhörer ihres Handys mit dem Sender im Ohr, bei Funklöchern und schlechtem Empfang stieg ihr Adrenalinspiegel aus Sorge, den Aufruf zu verpassen. Dann das erlösende Kennwort mit ihrem Namen im Radio, sie hatte drei Musikstücke lang Zeit, sich zu melden. Und das wurde verdammt knapp: Denn viele Bekannten wollten sie über ihr Glück informieren, dauernd war Tremers Telefon blockiert. Über das Handy ihres Sohnes erwischte Tremer aber eine freie Leitung und den richtigen Ansprechpartner.
Hans-Helmut Herold
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