Sachsenried - Über 1000 Menschen hatten sich bei herrlichem Wetter aufgemacht und pilgerten an jene Stelle, wo bis vor 30 Jahren inmitten des Sachsenrieder Forstes das Waldhaus gestanden war.

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Bei unterhaltsamer Blasmusik, Bier und einer Brotzeit schwelgten viele der Besucher in Erinnerungen, und trotz des schönen Tages lag ein Hauch von Wehmut über der Lichtung. Hätte die Bevölkerung gewusst, dass das Waldhaus abgerissen würde, es wäre zu ähnlichen tumultartigen Szenen gekommen wie zurzeit in Stuttgart. Darüber waren sich die Anwesenden an diesem Nachmittag einig.
In Scharen waren die Menschen in den Sachsenrieder Forst gekommen, zu Fuß, mit dem Fahrrad oder per Shuttlebus, um der andächtigen Feier beizuwohnen. Dass diese Feier am Tag der Deutschen Einheit stattfand, scheint mehr als ein Zufall zu sein. „Der Sachsenrieder Forst ist wie eine Grenze“, sagte der Vorstand der Musikkapelle Frankenhofen, Manfred Groß. Und Renate Müller aus Schwabsoien, die mit am Tisch saß, fügte schmunzelnd an: „Sogar beim Pilze suchen.“
Und tatsächlich: Durch den Forst verlaufen nicht nur die Grenzen dreier Landkreise, sondern auch die Grenze zwischen Oberbayern und Schwaben. Und das Waldhaus war ein Ort gewesen, der sozusagen jenseits all dieser Grenzen lag. Denn es trafen sich damals, wie am vergangenen Sonntag, auch Menschen aus allen umliegenden kleineren und größeren Orten, um gemütlich beisammen zu sein und um den Augenblick zu genießen.
Zuhauf waren die Menschen damals gekommen, weil sie den plötzlichen Abriss nicht fassen konnten. „Da heraußen ist alles zusammen gekommen“, wusste der 76-jährige Xaver Fahr aus Frankenhofen zu berichten und erzählte, dass das Waldhaus über Jahrzehnte der Treffpunkt der Jugend aller umliegenden Ortschaften gewesen sei.
Das Sichten der alten Fotos weckte bei vielen alte Erinnerungen. Ganz besondere Erinnerungen an das Waldhaus hat Theresia Vöst. Sie war 1932 in dem Haus geboren worden. Ihre Eltern waren die damaligen Wirtsleute Ida und Franz Schmid gewesen. Zehn Jahre lebte sie im Waldhaus. „Dann sind wir nach Sachsenried gezogen“, erzählte sie. Am Sonntag saß sie mit ihrem Sohn Heini und Familienangehörigen unter all den Leuten und schwelgte, wie diese auch, in den zahlreichen Erinnerungen an das Waldhaus.
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