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Serie „Mein Arbeitsplatz“: Benedikt Böhm - "Speed up" mit Skiern und Auto

Serie „Mein Arbeitsplatz“: Benedikt Böhm - "Speed up" mit Skiern und Auto

Aschheim - Von seinem Büro in Aschheim aus blickt Benedikt Böhm (34) auf die Lkw-Lieferzone im Deutschland-Quartier des Skitouren-Ausrüsters Dynafit. Die Berge sind nicht in Sicht - doch vieles auf und um den Schreibtisch des Speedbergsteigers erinnert an abenteuerliche Unternehmungen auf der ganzen Welt.

„Speed up“ lautet das Credo von Dynafit - schnell hinauf auf Berge dank extrem leichter und trotzdem leistungsfähiger Skitourenausrüstung. Benedikt Böhm als „personifiziertes Gesicht“ der zur Salewa-Gruppe gehörenden Firma lebt diese Philosophie vor, insbesondere am Berg. Sein Hobby hat er zum Beruf gemacht, was im Büro spürbar wird.

-¿ An der Wand stehen die Original-Expeditionsskier der Jahre 2004 bis 2007 („Die von 2008 bis 2010 hab ich daheim“). Das weiße Paar Skier kam 2004 bei Beni Böhms erstem Sechstausender, dem Huascaran in Peru, zum Einsatz, das helle Paar (links) am Mustagh Ata in China als erstem Siebentausender (2005). Mit den grünen Brettern fuhr Böhm 2006 von seinem ersten Achttausender ab, dem Gasherbrum II, mit den dunklen 2007 vom Manaslu (8163 Meter). „Ich hebe sonst nichts von meinen Expeditionen auf, aber diese Skier sind ein Stück Dynafit-Geschichte - irgendwann will ich daraus eine Art Galerie machen.“

-¡ Dieses Bild entstand im April 2010 in Verbier beim Zieleinlauf des Skitourenrennens „Patrouille de Glaciers“ mit über 4000 Teilnehmern - Beni Böhm (rechts auf dem Bild) belegte im Team mit dem Spanier Javier Martin de Villa (li.) und dem Amerikaner Pete Swenson (Mitte) Platz zwei. „Das war ein unglaublich tolles Rennen: Bestes Wetter, Pulverschnee, und mit knapp sieben Stunden von Zermatt aus waren wir sehr schnell unterwegs. An diesem Moment hängen viele emotionale Erinnerungen, weil wir uns gegenseitig so gepusht haben“, sagt Böhm über diesen Tag „mit zwei guten alten Freunden, die inzwischen auch als Kollegen zur Firma gehören“.

-¬ Mal schnell nach Grenoble oder zum Geschäftstermin in Barcelona: „Mit dem Auto fahre ich dienstlich rund 60 000 Kilometer pro Jahr.“ Und das nicht immer langsam . . . Schon dreimal hat Beni Böhm als Temposünder seinen Führerschein abgeben müssen, was er schlauerweise stets während seiner Himalaya-Expeditionen tut. Damit es kein viertes Mal gibt, haben die Kollegen ihm ein Polizeiauto mit Radarblitzer auf den Schreibtisch gestellt. „Ja, ich bin schon ein schneller Fahrer“, gibt der 34-Jährige zu, „aber mittlerweile bin ich geläutert. Einigermaßen.“

-Ø Er sieht gut aus, ist charmant - und ein international bekannter Skibergsteiger. Entsprechend wird weltweit in Fachpresse, Bildbänden und Tageszeitungen über den waschechten Münchner berichtet. Die Publikationen aus der jeweiligen Saison, vom „Backcountry-Magazine“ aus den USA bis zur „Sächsischen Zeitung“, sind griffbereit abgelegt. Zu Weihnachten bekam Beni Böhm eine DVD zugeschickt - mit seinem eigenen Konterfei (rechts oben) auf dem Cover. Gesammelt sind die besten Filme der „European Outdoor Film Tour“ (EOFT), unter anderem. mit Böhms Skiabfahrten an Gasherbrum II und Manaslu. Unten zu sehen sind mit Stefan Glowacz und den Huber-Buam weitere Spitzenbergsteiger, oben links mit dem vermummten Christian Stangl indes ein Skandal-Alpinist: Der Österreicher hatte 2010 behauptet, den K 2, den zweithöchsten Gipfel der Erde, erklommen zu haben - hinterher gab Stangl zu, es sei nur „Einbildung“ gewesen.

-ƒ Das Schwarzweißbild zeigt Beni Böhms Frau Veronika, mit der er seit 2010 verheiratet ist und ein Kind, Sohn Balthasar, hat. Seine Frau kennt er „schon ewig, sie hat in Harlaching immer ein paar Straßen weiter gewohnt“. Die Liebe entwickelte sich aber erst viel später: „Irgendwann haben wir uns als Erwachsene kennengelernt.“ Die lange, platonische Vorgeschichte sei von Vorteil, findet Beni Böhm: „Sie weiß, auf wen sie sich eingelassen hat.“ Text und Fotos: Martin Becker

Mein Arbeitsplatz

Menschen aus dem Landkreis gewähren einen Blick auf ihren Arbeitsplatz und erläutern, was es mit Arbeitsutensilien und Lieblingsgegenständen auf sich hat.

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