Au/Hallertau - Mit 40 Gruppen, Wägen und Musikzügen erlebte der Markt Au den längsten Faschingszug in seiner Geschichte. Und einen Gaudiwurm, der so lokalpolitisch wie wohl noch nie war.
Dabei sah es kurz nach Mittag gar nicht rosig aus für den Gaudiwurm: Schneegestöber hielt Au im Griff. Doch kurz nach halbzwei zeigte sich Petrus als Faschingsfreund und beendete den Niederschlag, was Hofmarschall Martin Linseisen hoch oben auf der Bulldog-Kanzel am Rathaus erleichtert goutierte: „Schaut’s, da kommt die Sonne.“ Und mit den Strahlen trafen auch die ersten Gruppen ein, darunter die beiden Auer Kindergärten, die mit ihrem Thema „Afrika“ tierisch gut ankamen. Blau präsentierte sich eine Gruppe mit großen und kleinen Schlümpfen, verfolgt von Alois Eder als Gargamel.
Einen Blick auf das politische Marktgeschehen warf eine Gruppe namens „Apo“, die den Gemeinderat als Marionettentheater bezeichnete. Dass die Mitglieder des Gremiums bei streitbaren Themen wie Glasfaser oder Quecksilberfund nur die Hand heben und alles einstimmig absegnen würden, kritisierte die Gruppe theatralisch, wobei Klaus Stuhlreiter in die Rolle des Bürgermeisters schlüpfte.
Die TSV-Fußballer wiederum legten den Finger in eine andere Wunde. „In der neuen Halle ist nichts los, in der alten wächst der Schimmel bloß“, hatten sie auf ein Plakat geschrieben. Die Bergsteffl-Stammtischfreunde hingegen kritisierten das Rauchverbot, das sie an der Ausübung bayerischer Gemütlichkeit hindern würde.

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