Nandlstadt/Mauern - Was als Gaudi begann, ist mittlerweile eine feste Institution: Die Rentnerband mit ehemaligen Mitgliedern des Spielmannszugs Nandlstadt besteht heuer seit 25 Jahren.

Der Stabführer geht vorweg: Erwin Zischka (hier bei einem Faschingszug in Nandlstadt vor wenigen Jahren) führt die Rentnerband seit 25 Jahren an. foto: fkn
Faschingsumzug in Mauern 1987: Erwin Zischka und Siegmund Forster stehen am Straßenrand. Als ihre Kollegen vom Spielmannszug vorbeilaufen, schauen sie sich an. Wehmut kommt auf.
Zischka und Forster waren selbst noch bis 1986 aktive Mitglieder. Jedes Wochenende waren sie mit ihren Musikerfreunden unterwegs, spielten bei Auftritten und Wettbewerben. Dann forderten andere ihre Zeit am Wochenende. „Als wir eine Familie gründeten, musste mal Schluss sein“, berichtet Zischka. Doch das mit dem Aufhören war nicht so leicht.
Zusammen mit Siegmund Forster holt der Nandlstädter am besagten Sonntag schnell noch vier weitere Vereinsmitglieder mit ins Boot. Es eilt. Am Faschingsdienstag soll beim Umzug in Nandlstadt der erste Auftritt stattfinden.
Unter den Rekrutierten ist auch Jürgen Beißwanger, heute Zweiter Vorsitzender des Vereins. Das Problem: Beißwanger kann kein Instrument spielen. Für Zischka und Forster kein Hindernis. Im Feuerwehrhaus in Nandlstadt hängt eine alte Alarmtrompete. Die wird von der Wand genommen und dem Gründungsmitglied der Rentnerband übergeben. „Wir lernen dir jetzt in einer Stunde einen Tusch“, rufen die Musiker ihm zu. Die anderen Mitstreiter greifen auf ausgemusterte Instrumente des Spielmannszugs zurück. Die Proben beginnen.
Dann geschieht das Unglück: Siegmund Forster verletzt sich am Fuß und bekommt einen Gips. Fast wäre der Auftritt jetzt gescheitert. Doch Forster ist hart im Nehmen und seine Kollegen kreativ. Kurzerhand wird ein Leiterwagen besorgt. Darin kann der Verletzte Platz nehmen. Gezogen wird das Gespann von Forsters und Zischkas Ehefrauen, passenderweise als Krankenschwestern verkleidet. So marschieren sie am Faschingsdienstag durch Nandlstadt. Die Resonanz ist gewaltig.
Ein Jahr später waren schon 24 Leute dabei. „Ich dachte, dass machen wir drei Jahre und dann hat sowieso keiner mehr Lust“, erinnert sich Zischka. Falsch gedacht. Die Rentnerband gibt es jetzt seit 25 Jahren. Geprobt wird zweimal im Jahr - für die Faschingsumzüge in Mauern und in Nandlstadt. Mehr Auftritte gibt es nicht. Im Gegensatz zum Anfangsjahr werden jetzt auch Märsche gespielt. Zischka ist nach wie vor Stabführer. Auch an diesem Sonntag wird er in Mauern die Rentnerband anführen - bei Wind und Wetter und unter allen Umständen. Mitmachen ist eben Ehrensache - und eine große Gaudi.

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