Greipl: „Denkmal wird irreparabel beschädigt“

Kloster Benediktbeuern

Fraunhofer baut im Südgarten

Benediktbeuern - Die Entscheidung hatte sich schon abgezeichnet: Der Landesdenkmalrat von Thomas Goppel (CSU) hat sich in seiner Sitzung am Freitag einstimmig für den Bau des Fraunhofer-Tagungshauses im Südgarten-Eck des Klosters Benediktbeuern ausgesprochen.

Das sagte Goppel gestern auf Nachfrage unserer Zeitung.

Bemerkenswert ist, dass die Entscheidung einstimmig fiel - denn bis vor Kurzem gab es in dem Gremium auch kritische Stimmen. Der Landesdenkmalrat gibt der Gesellschaft aber Auflagen mit auf den Weg: So muss sich das Tagungshaus architektonisch in die Umgebung einfügen. „Es darf nicht nochmal so ein Neubau wie im Stil der Mensa gebaut werden“, sagte Goppel und sprach diesbezüglich von einem „Gesamtplanungsfehler“. Die Mensa auf der Kloster-Westseite hat ein Flachdach.

Bei der FDP-Klausurtagung vorletzte Woche hatte sich auch Julika Sandt die Umgebung angeschaut. Die Wissenschaftspolitikerin gehört dem Landesdenkmalrat an. „Der Südgarten ist die bessere Lage als die Wiese vor den Studentenheimen“, sagte Sandt. Ein Neubau auf dieser Wiese würde „die Sichtachse zum Kloster viel stärker beeinträchtigen“. Außerdem sei das Bodenniveau im Südgarten niedriger.

Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch will sich zu dem Projekt erst im Laufe dieser Woche äußern. Der Vorstand der Fraunhofer-Gesellschaft befand sich gestern auf einer Tagung in Sachsen und war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Das Landesamt für Denkmalpflege unter der Leitung von Prof. Johannes Greipl ist nach wie vor gegen diesen Standort. „Der Neubau beschädigt irreparabel ein national bedeutendes Denkmal“, ließ Greipl unserer Zeitung gestern schriftlich mitteilen.

Welche schweren Vorwürfe gegen die Gemeinde Greipl erhebt, lesen Sie in der Printausgabe des Tölzer Kurier.

(müh)

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