Leseprobe: Andreas Führler liest aus dem Schlehdorf-Buch vor, assistiert von Schwester Josefa Thusbaß. Foto: fn

Buchvorstellung: Von Schlehdorfern für Schlehdorfer

Schlehdorf - Wer Geburtstag hat, bekommt Geschenke - oder beschenkt sich gleich selbst. So wie die Schlehdorfer, die zum 1250-jährigen Bestehens ihrer Gemeinde ihr eigenes Buch geschrieben haben. Nun wurde es der Öffentlichkeit präsentiert.

Nein, das 250 Seiten umfassende Buch ist keine Chronik. Das betonte Schwester Josefa Thusbaß, die gemeinsam mit Dr. Norbert Schmidt und Annemarie Frischhut für die redaktionelle Konzeption verantwortlich war, in ihrer Präsentation.

Dazu waren zahlreiche Bürger und Kommunalpolitiker in den Klosterfestsaal der Missons-Dominikanerinnen gekommen. Für die Ordensfrau ist das Buch mit dem Titel „Schlehdorf - Geschichte und G’schicht’n - Gesammeltes über Schlehdorf und Unterau“ ein Erzählbuch, das die wechselvolle und durchaus spannende Geschichte des kleinen Dorfes von 763 bis 2013 nicht trocken wissenschaftlich beleuchtet, sondern sehr persönlich erzählt. Dank der 2002 erschienenen Chronik von Schwester Palmeria Heigel, welche die Geschichte Schlehdorfs umfassend aufarbeitet, „gab es für uns keine Notwendigkeit, eine neue, wissenschaftliche Darstellung der geschichtlichen Vorgänge zu erstellen“, sagte Schwester Josefa. „Wir haben uns darum entschieden, die Bürger selbst zu Wort kommen zu lassen - durch Erinnerungen, Berichte und Einschätzungen.“

Garniert mit vielen historischen Fotografien, zeitgenössischen Schriften und Abbildungen lassen die Erinnerungen der Menschen in dem Buch tote Geschichte lebendig werden; etwa die Entstehung des Klosters Scharnitz-Schlehdorf oder den verheerenden Dorfbrand 1846. Der Leser bekommt erzählt, warum Holz und Fischerei seit jeher so wichtige Erwerbszweige waren, wie das bäuerliche Leben aussah oder die Pioniere den Weg auf den Herzogstand bauten. Von bedeutenden Kunstschätzen wird erzählt, vom ewigen Kampf gegen das Wasser und von geologischen Veränderungen sowie ihrem Einfluss auf die Ortsentwicklung. Junge Bürger erzählen von Schlehdorf als ihrem Lebens- und Arbeitsplatz, Hans Sterff berichtet über sein Leben auf der Hochalm, und Christine Arnold schreibt über das einstige Krankenhaus. „Es ist alles drin“, bilanzierte Sr. Josefa eineinhalb Jahre mühevolles Sammeln und Schreiben.

Herausgekommen ist laut Bürgermeister Stefan Jocher „ein Buch von Schlehdorfern für Schlehdorfer“, eine Sammlung von Erzählungen aus früherer Zeit, mit der die Autoren „den Nagel auf den Kopf getroffen“ haben. Denn: „das Buch vermittelt den Menschen, die heute in diesem schönen Dorf leben dürfen, was Heimat, Brauchtum und Gemeinschaftssinn bedeuten können.“

Erhältlich ist das von der Gemeinde Schlehdorf herausgegebene Buch im Kloster- sowie im Dorfladen. Es kostet 35 Euro. (fn)

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