Hier wird der Surfer in eine Klinik gebracht.

In Murnauer Klinik gebracht

Unterkühlter Surfer gibt Rätsel auf

Walchensee - Der Vorfall wirft Fragen auf. Am Mittwoch wurde am Walchenseeufer ein völlig unterkühlter und erschöpfter Surfer aufgefunden. Was genau zuvor passiert war, ist unklar.

So viel konnte die Wasserwacht Walchensee rekonstruieren: Ein 47-jähriger Münchner versuchte gegen Mittag, auf dem Walchensee zu surfen. „Leider hatte er nur eine kurze Badehose an“, berichtet Wasserwacht-Leiter Alois Grünwald. Bei lediglich 19 Grad Wassertemperatur und starkem Wind muss der unerfahrene Sportler oft ins Wasser gefallen sein. „Vermutlich entschied er sich, ans Ufer zu schwimmen und das Brett hinter sich her zu ziehen.“ Er muss zwei bis drei Stunden im Wasser gewesen sein.

Später entdeckte ein anderer Surfer den 47-Jährigen an der B 11 bei der „Galerie“, dem Tunnel zwischen Urfeld und Walchensee. Der Passant packte den völlig unterkühlten Münchner in Decken. Laut Wasserwacht hatte er nur noch eine Körpertemperatur von 30 Grad. Den Helfern von der Wasserwacht und der Polizei erzählte der Surfer, ein Auto habe ihn zur Galerie gebracht, weil er zu seinem eigenen Wagen nach Urfeld zurückwollte. Grünwald erscheint diese Darstellung aber nicht schlüssig. „Ein Autofahrer kann den Mann doch nicht in diesem Zustand ausgesetzt haben.“ Zudem sei es möglich, dass der Münchner wegen seiner geringen Körpertemperatur verwirrt gewesen sei. Der 47-Jährige wurde per Hubschrauber in die Murnauer Klinik gebracht. „So eine Unterkühlung ist lebensgefährlich“, erklärt Grünwald. Schon am Donnerstag konnte der Surfer das Krankenhaus wieder verlassen.

Was ebenfalls rätselhaft bleibt: Das Surfbrett mit Segel wurde an der Mautstraße zwischen Einsiedl und Jachenau gefunden. Mit Wellengang könnte es von der „Galerie“ aus in zwei bis drei Stunden dorthin getrieben sein, mutmaßt Grünwald.

(sw)

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