Offizielle Stellen, die Eisflächen freigeben, gibt es nicht, sagt Alexander Bauer, beim Landratsamt zuständig für öffentliche Sicherheit und Ordnung. Das Betreten erfolgt immer auf eigene Gefahr, betont auch Ingo Roeske, technischer Leiter der Wasserwacht Bad Tölz-Wolfratshausen. Wenn überhaupt, werden Einschätzungen ohne Gewähr gegeben, die aber keine Freigabe bedeuten und somit kein Garant sind, dass keine Gefahr besteht. „Um Eis hundertprozentig zu prüfen, muss man Bohrungen machen“, erklärt Roeske. „Es sollte mindestens eine Dicke von acht bis zehn Zentimetern haben.“
Ein weiterer Hinweis für sicheres Natureis ist die Farbe. „Dunkle Flecken weisen auf flüssiges Wasser knapp unter dem Eis hin“, betont Roeske. Wenn Risse und austretendes Wasser zu sehen sind, ist es nicht sicher. Das „Auf-dem-Eis-rumhüpfen“ zeige jedoch nie, wie stabil die Fläche ist. „Wenn es an der einen Stelle hält, muss es das drei Meter weiter nicht tun“, sagt er.
Und wenn das Eis drei Meter weiter doch nachgibt, „dann muss man Ruhe bewahren“, sagt Markus Landthaler, Vorsitzender der Lenggrieser Wasserwacht. „Ruhe ist das Wichtigste.“ Dann gelte es zu versuchen, sich zu befreien. „Das Schwierigste ist, sich am Loch zu halten“, sagt Landthaler. Schließlich sei alles außen rum glatt. „Am besten einen spitzen Gegenstand wie den Autoschlüssel ins Eis rammen.“ So schafft man sich einen Haltepunkt. „Und weiter ruhig bleiben. Man unterkühlt nicht nach zwei Minuten, aber ewig Zeit ist auch nicht.“
(ray)
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