Bad Tölz - Die Tölzer Löwen unterliegen mit 1:4 dem EC Peiting und rutschen auf Tabellenplatz vier ab. Und das vor einer relativ geringen Zuschauerzahl.

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Fanden die Lücke in der Tölzer Abwehr: Die Peitinger um Florian Simon (Mi.). Den Tölzern Peter Lindlbauer (re.) und Florian Strobl bleibt nur das Nachsehen.
Tabellenplatz eins nach der Vorrunde können sich die Tölzer Löwen wohl abschminken. Tabellenführer EC Peiting war am Freitagabend zu clever und siegte verdient mit 4:1 (1:1, 1:0, 2:0).
Nichts erinnerte an ein Spitzenspiel. Gerade mal 1108 Zuschauer wollten das Duell des Zweitplatzierten gegen den Spitzenreiter sehen. Die, die da waren, verfolgten die Partie mehr oder weniger schweigend. Dabei waren die Vorzeichen für die Löwen nicht so schlecht wie befürchtet. Marco Pfleger und Peter Lindlbauer hatten sich mehrere Tage lang intensiv behandeln lassen und waren tatsächlich rechtzeitig zu Spielbeginn fit geworden.
Lindlbauer schoss gleich das 1:0 (5.): Erst waren Christian Kolacny und Florian Strobl an Florian Hechenrieder gescheitert. Der ECPSchlussmann lag nach den Rettungsaktionen neben seinem Gehäuse, und Lindlbauer musste den Puck von der blauen Linie nur noch ins verwaiste Tor schießen.
Die Hausherren standen in der Defensive zunächst recht sicher, leisteten sich aber einen entscheidenden Aussetzer. Peitings Premysl Sedlak kam freistehend an den Puck. Kühl umspielte der Torjäger Löwen-Schlussmann Andreas Jenike und schloss den Angriff mit einem Schlenzer ins Kreuzeck ab (11.).
Fortan plätscherte die Partie ohne die ganz großen Höhepunkte dahin. Nie kam das Gefühl auf, dass eine der beiden Mannschaften nahe an einem Torerfolg dran ist. Es war klar: Eine Kleinigkeit würde die Partie entscheiden. Die Kleinigkeit war eine einzige, allerdings höchst umstrittene Schiedsrichter-Entscheidung. Löwen-Stürmer Leo Pföderl fuhr in der neutralen Zone einen nicht sonderlich Aufsehen erregenden Check gegen Fabian Weyrich. Im Normalfall wäre das Spiel weitergelaufen, doch Pföderl hatte Pech. Weyrich ist ein 1,72-Meter-Zwergerl. Zudem fuhr der Peitinger Verteidiger gebeugt und rechnete nicht mit einem Check. So kam der Zusammenprall für ihn überraschend, und der deutlich größere Pföderl traf ihn mit der Schulter am Kopf. Weyrich wälzte sich am Boden – und Pföderl kassierte eine Spieldauer-Disziplinarstrafe. Noch nach Spielende war der Löwen-Stürmer darüber erbost: „Er steht da, ich gehe mit der Schulter hin. Wenn das ein Foul war, dann darf ich nicht mehr Eishockey spielen.“
Im folgenden Überzahlspiel schlugen die Gäste erneut eiskalt zu. Michael Kreitl erzielte mit einem Schuss ins Kreuzeck bereits 46 Sekunden später das 2:1, und Sedlak legte mit seinem zweiten Treffer kurz nach Beginn des Schlussdrittels nach. Die Partie war entschieden. Die Hausherren waren nicht mehr in der Lage, viel dagegen zu setzen. Nur noch einen Aufreger gab es: Als Florian Kolacny in voller Fahrt mit Michael Kreitl zusammenprallte. Eine Kollision mit Folgen: Kreitl blieb regungslos liegen. Der Tölzer Mannschaftsarzt Walter Kremser eilte aufs Eis. Kreitl wurde mit der Trage abtransportiert, die erste Diagnose lautete Gehirnerschütterung. Auch Kolacny war völlig neben der Spur: „Es war wie ein Autounfall“, kommentierte Löwen-Trainer Florian Funk. „Kolacny hat nicht mehr gewusst, ob Freitag oder Sonntag ist.“
Von Patrick Staar
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