Bad Tölz - Auch Busse, Bahn und Taxis bekommen die Kälte zu spüren. Doch ist man bei RVO & Co. offenbar gut vorbereitet.

BOB-Mitarbeiter Nikolaus Tara überprüft den Unterboden einer Zuggarnitur auf übermäßige Eisablagerungen. Foto: arp
„Für die tiefen Temperaturen, die wir kassiert haben, hatten wir bisher verdammt wenige Störungen.“ Wie andere Unternehmenslenker hat allerdings auch Heino Seeger, Chef der Bayerischen Oberlandbahn, Vorkehrungen getroffen, damit alles rund läuft.
„Wenn mal eine Weiche gefroren ist, dann könnte das Zugpersonal auch selbst tätig werden.“ Freilich nur in Absprache mit dem Fahrdienstleiter. „Wenn wir da warten, bis die zuständige DB Regio jemanden schickt, dauert das natürlich länger“, so Seeger. Warum Weichen gern einfrieren, hat der BOB-Chef schnell erklärt: Beim Befahren der Weichen läuft der Zug etwas unruhiger, so dass anhaftendes Eis hier abfällt.“ Damit der Diesel nicht einfriert, werden ihm „handelsübliche Zusätze“ beigefügt.
Alles andere als handelsüblich ist der Diesel, mit dem der Regionalverkehr Oberbayern (RVO) seine Busse betankt. In der eigenen RVO-Zapfstation gibt es Diesel ohne Zusatz von Biodiesel - dieser ist bei Kälte dafür verantwortlich, dass der Treibstoff schneller ausflockt. Außerdem wird noch ein spezieller Fließ-Zusatz zugefügt. Probleme mit Ausfällen habe es in der aktuellen Kältephase noch nicht gegeben, „Wir haben einen Werkstattwagen, der sofort ausrückt, wenn irgendwo eine Batterie schlappmacht“, so RVO-Disponent Christian Lex.
Gefragt ist ein Service, den das Tölzer Taxiunternehmen Much anbietet: „Unsere Fahrzeuge geben auf Wunsch Starthilfe“, berichtet Geschäftsführerin Bettina Mathé. Der ADAC sei komplett überlastet. Allerdings sei die Starthilfe nicht mehr so unbürokratisch möglich wie früher. „Die Fahrzeuge und die Elektronik sind viel komplizierter, deshalb müssen die Kunden eine Erklärung unterschreiben, die uns von jeglicher Haftung entbindet“, so Mathé. Keine Erklärung, keine Starthilfe. Die Fahrzeuge der Much-Flotte stehen nachts in der Halle, Probleme habe es da wegen der Kälte nicht gegeben. „Wir haben auch eine eigene Werkstatt, wenn wirklich mal etwas ist.“
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