Bad Tölz - Ist es nun der Tag der Liebenden oder lediglich ein Feiertag für die Blumenhändler? Am heutigen Valentinstag scheiden sich die Geister.

Ein Busserl schenken sich Landrat Josef Niedermaier und seine Frau Andrea nicht nur zum Valentinstag. Das Foto entstand am Abend seiner Wahl zum Landrat. Foto: archiv
32 Jahre lang ist Christa Hanfstingl bereits verheiratet. „Und der Valentinstag ist dabei gar nicht wichtig. Es muss halt das ganze Jahr über funktionieren“, sagt die Vorsitzende des Katholischen Wackersberger Frauenbundes.
Anders sieht das Kreisbäuerin Ursula Fiechtner. „Mein Mann freut sich schon, wenn er am Valentinstag eine Schokolade bekommt“, sagt sie. Vielleicht gibt es sogar einen Kuchen - das wollte die Kreisbäuerin gestern noch nicht verraten. „Für uns ist der Valentinstag eine Gaudi“, sagt sie weiter - auch nach 29 Jahren Ehe. „Die hält so lang, weil wir die gleichen Interessen und Ziele haben“, so Fiechtner. Auch die Kinder schweißen zusammen. „Wenn sich Mama und Papa streiten, sind die unglücklich - deshalb reißt man sich bei Streit schnell zusammen.“
Ärger gibt es in jeder Beziehung mal. Wer wüsste das besser als der Tölzer Standesbeamte Wolfgang Steger? „Wichtig ist, danach wieder zu kommunizieren. Dann hält die Beziehung“, sagt er. Vom Valentinstag hält er indes nichts. „Ich will den Floristen ja nicht zu nahe treten, aber es geht doch nur um den Kommerz.“ Da bringt er seiner Ehefrau doch lieber ab und zu etwas Nettes mit. Wie vergangenen Freitag: „Da hatte ich Sekt dabei.“
Ebenso ignoriert wird der Tag der Liebenden im Hause Rein: „Das ist auch im Sinne meiner Frau“, sagt Florian Rein, Schlagzeuger der „Bananafishbones“. Das Paar findet, es brauche keinen speziellen Tag für Blumen. In einer Beziehung zählten andere Dinge. „Nämlich, dass man den ganz normalen Wahnsinn einer fünfköpfigen Familie meistert“, so Rein.
Seit über 50 Jahren halten Renate und Karl-Heinz Beyerlein aus Gaißach zusammen. Das Paar feierte 2011 Goldene Hochzeit. Noch heute kommen die Söhne immer mittags zum Essen: „Da haben wir mit dem Kochen eine gemeinsame tägliche Aufgabe“, sagt Renate Beyerlein. Sie wird sich wahrscheinlich heute über ein Geschenk freuen können: „Wenn mein Mann einen guten Tag hat und oft genug im Radio vom Valentinstag hört, bekomme ich Tulpen“, sagt die Gaißacherin und lacht. Höheren Stellenwert habe der Hochzeitstag: „Und den hat mein Mann noch nie vergessen.“
Persönlich misst der evangelische Martin Steinbach dem Valentinstag kaum Bedeutung bei. „Aber generell finde ich es gut, dass damit die guten Seiten der Ehe ins rechte Licht gerückt werden.“ Selbst ist er seit 27 Jahren verheiratet. Sein Rat für eine gelingende Ehe: „Man muss flexibel bleiben und sich immer wieder auf neue Lebensumstände und Veränderungen des Partners einstellen. Meine Frau ist sicher nicht die gleiche, die ich vor 27 Jahren geheiretet habe - und dasselbe wird sie auch von mir sagen.“ (ast/stb)
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