Burggen - Mit 6:6 Stimmen lehnte es der Gemeinderat Burggen in seiner jüngsten Sitzung völlig überraschend ab, die zweitägige Ausstellung der Auerbergland-Gemeinden im Juli auszurichten.

Nach der Abstimmung hatte der Burggener Rathauschef Joseph Schuster sichtlich Mühe, seine Stimme unter Kontrolle zu bringen und mit dem nächsten Tagesordnungspunkt wie geplant fortzufahren. Angeregt von Georg Kirchhofer und gleichsam quer durch die Fraktionen unterstützt, ließ der Sitzungsleiter einen formellen Beschluss über die Gewerbeschau fassen. Dr. Stefan Schnack, Wolfgang Lory, Anton Eirenschmalz, Stephan Jocher, Georg Kirchhofer und Franz Soffa stimmten dagegen, dass die Gemeinde Burggen die Ausstellung ausrichtet. Durch die Stimmen von Schuster und Vizebürgermeister Albert Bißle, der an allen Entscheidungen beteiligt gewesen ist, mit Rudi Fischer, Sigrun Kögel, Gabi Höfler und Konrad Schindler entstand eine Patt-Situation. Der Antrag ist somit abgelehnt.
Vorgeworfen worden war Schuster nicht nur das Fehlen eines formellen Beschlusses. Die Räte formulierten deutlich, dass sich sich überrumpelt und vor vollendete Tatsachen gesetzt fühlen, sprachen von einem Alleingang des Bürgermeisters, bei dem die Gemeinderäte nichts mehr mitzuentscheiden hätten (siehe Kommentar).
Nicht zuletzt ist mit dem Investor des Solarparks verhandelt worden, damit die acht Hallen genutzt werden können. Diese bieten sich geradezu an, lautet doch das zweite Motto der Gewerbeschau zum 20-jährigen Gründungsjubiläum der Auerbergland-Gemeinden neben „Ausbildungsplätze im Auerbergland“ auch „Erneuerbare Energien“. Und natürlich hätte auch der Jubiläumsabend in Burggen als Mitgründungsgemeinde stattfinden sollen.
So weit, so klar - seitens Joseph Schuster. Allerdings zeichnete sich von Anfang an ab, dass sich weder die Gewerbetreibenden vor Ort (von 137 angeschriebenen kamen nicht einmal ein Dutzend zum ersten Infogespräch) noch die Vereine um das Ausrichten der Gewerbeschau reißen. In Ermangelung eines eigenen Gewerbeverbandes, sollte die Gemeinde als Ausrichter fungieren - mit Unterstützung der VG Bernbeuren. Schuster zeigte sich „schockiert und enttäuscht“ über den Beschluss, informierte aber gestern die Kollegen der Auerbergland-Gemeinden.
Elke Robert
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