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OB Bürgel ernennt Frauenunion Dachau zum "politischen Schwergewicht"

OB Bürgel ernennt Frauenunion Dachau zum "politischen Schwergewicht"

Dachau - Mit einem Festakt hat die Frauenunion Dachau ihr 25-jähriges Bestehen im Theatersaal des ASV gefeiert. Zum silbernen Jubiläum gab es silberne Rosen und eine musikalische Uraufführung.

Silvia Kalina blickte zurück aufs Gründungsjahr. Foto: sch

Silvia Kalina blickte zurück aufs Gründungsjahr. Foto: sch

Die Ortsvorsitzende Silvia Kalina warf einen Blick zurück aufs Gründungsjahr 1987, als es hieß: „Wir wollen Politik machen und nicht ein Kaffeekränzchen sein.“ Seitdem ist die Mitgliederzahl von 57 auf 113 angestiegen, das Durchschnittsalter liegt bei 60 Jahren. Bei jüngeren Frauen politisches Bewusstsein zu wecken und sie zur Mitarbeit zu bewegen, sei deshalb ebenfalls ein Ziel der FU, so Silvia Kalina.

Die stellvertretende CSU-Ortsvorsitzende Katja Grassl sagte, die Kämpfe, sich bei den männlichen Parteigenossen durchzusetzen, hätten Früchte getragen. Ein Umdenken habe stattgefunden. Bestmögliche Strategien würden erreicht, wenn Frauen und Männer zusammenarbeiteten. Ziel sei, jeden zweiten Platz mit einer Frau zu besetzen.

Voll des Lobes über die politisch aktiven Frauen waren die männlichen Ehrengäste. Der Landtagsabgeordnete Bernhard Seidenath nannte die FU in psychologischer und inhaltlicher Hinsicht bedeutungsvoll: „Die Frauenunion motiviert die Frauen und setzt sich für Gleichberechtigung ein.“ Sie habe die Hemmschwelle für politisch aktive Frauen gesenkt. Nur in der Wirtschaft gebe es Nachholbedarf.

OB Peter Bürgel bezeichnete die FU als „politisches Schwergewicht in der CSU“. Die Gruppierung habe nicht nur die Belange der Frauen, sondern das Thema Kinderbetreuung wesentlich vorangebracht. Zustimmung erhielt Bürgel auch für den Schluss seines Grußwortes: „Wir brauchen den fraulichen Denkansatz. Das tut uns allen sehr gut.“

Dass sich seit der Gründung 1987 am Frauenbild viel verändert hat, brachte die anschließende Interviewrunde zum Ausdruck. Johanna Mertl und Janda Buck befragten den FU-Gründungsvorstand Sibylle Jörg, Christl Deichl, Elke Habersetzer, Inge Humml, Gitta Knöferl und Christl Schreff über seine Erfahrungen. Das Wort „alleinerziehend“ gab es damals nicht, eine zweifache Mutter, die berufstätig ist und sich politisch engagiert, war die Ausnahme - und eine Bundeskanzlerin undenkbar.

Elisabeth Zimmermann, FU-Vorsitzende von 1989 bis 2008, erwähnte die von ihr auf den Weg gebrachte Mittagsbetreuung, die damals belächelt worden und heute unabdingbar sei. Gertrud Schmidt-Podolsky, Gründungsvorsitzende von 1987 bis 1989, sprach über die Familienpolitik, ein grundsätzliches Thema der FU, die mittlerweile zur allgemeinen Zukunftsaufgabe geworden sei, ja „für Kommunen sogar zum Standortfaktor“. Die beiden Politikerinnen überreichten Silvia Kalina das erste Gründungsprotokoll der FU.

Festredner Dr. Thomas Goppel berichtete in einer launigen Rede über die verschiedenen Rollen von Frauen in seiner Familie und zog gegen die Gleichmacherei von Mann und Frau ins Feld. „Menschen wollen nicht gleich sein, sondern anerkannt“, sagte der frühere Staatsminister. Frauen in der Politik hätten viele gute Entwicklungen eingeleitet. Für deren Belange müsse sich die FU nicht mehr einsetzen, denn in Bayern stünden mittlerweile 70 Prozent der Frauen in Brot und Arbeit. „Wir brauchen noch mehr Anerkennung für die sozialen Dinge“, so Goppel.

Den Damen überreichte er silberne Rosen, auch denen, die seit 25 Jahren bei der FU sind: Christa Freunek, Hildegard Engelhard, Irmi Hof, Helga Klaus, Irmgard Knopf, Maria Kreitmair und Sonja Kienast. Jürgen Rothaug, der mit seinem singenden Ensemble „Cantori“ die Feier musikalisch gestaltete, hatte der FU einen Song auf den Leib getextet: „Ihr seid der CSU-Frauentraum, Ihr seid der Stolz dieser Stadt.“ (sch)

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