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Der Bürgerentscheid kommt

Dachau - Die Bürgerinitiative hat es auf den letzten Drücker geschafft. Die Unterschriften wurden nachgereicht. Der Bürgerentscheid ist zulässig. Im Stadtrat herrscht Unverständnis.

Dachau - Oberbürgermeister Peter Bürgel seufzt. „Es ist jetzt so, wie es ist“, sagt der OB und zuckt die Schultern. Die Bürgerinitiative „Raum für Kinder“ hat es in letzter Sekunde geschafft. Noch übers Wochenende sammelten die Mitglieder die fehlenden Unterschriften, und statt der 84 reichten sie sogar 275 nach. Somit ist das Bürgerbegehren in allen Punkten zulässig: Am 18. März werden die Dachauer darüber abstimmen, ob der Kindergarten Mariä Himmelfahrt in Dachau-Süd doch nicht neu gebaut werden soll. Denn dem Stadtrat blieb nichts anderes übrig, als den Bürgerentscheid als zulässig zu erklären. Einstimmig.

Doch genauso einstimmig war das zustimmende Klopfen, als Thomas Kreß (Grüne) geknickt das Wort ergriff: „Ich muss mein absolutes Unverständnis äußern“, wetterte der Stadtrat. „Die Unterschriften wurden unter dem Banner ,Raum für Kinder‘ gesammelt, das einfach nur auf die Tränendrüse drückt!“ Kreß könne sich noch gut daran erinnern, als in einem Brief der Träger und die Eltern mit Vehemenz forderten, dass neu gebaut werden solle. „Dann reagiert die Stadt also und will neu bauen - und ganz plötzlich ist das einem der Unterzeichner nicht mehr recht.“ Diesen Worten schloss sich auch der OB an, der nochmals betonte, dass die Kinder in dem geplanten Neubau der Stadt sogar mehr Raum als vorher bekommen würden. „Doch das will offensichtlich nicht zur Kenntnis genommen werden.“ Zudem erklärte der OB, dass die Stadt sich „selten für ein Vorhaben so viel Zeit genommen hat wie hier“. Die Mitglieder der Initiative, allen voran deren Gründer Christoph Maier, hatten der Stadt vorgeworfen, dass sie keine Gesprächsbereitschaft zeige. Doch der OB betonte mit einem Kopfschütteln: „Der Kontakt war von Anfang an da.“

Gemeinsam verabschiedeten die Stadträte eine Stellungnahme zu dem Bürgerentscheid, in dem er sich „gegen das Bürgerbegehren“ ausspricht: dass eine von der BI geforderte Sanierung unwirtschaftlich ist, dass die Flächen pro Kind mehr werden, und dass nur ein Ersatzbau förderfähig sei - „es geht im Prinzip um 600 000 Euro“, die zugesagte Förderung der Regierung. Noch hat Bürgel Hoffnung: „Jetzt führen wir es durch, dann werden wir sehen, wie es ausgeht.“

Nur einer der Stadträte hatte den Saal schon verlassen, als das Thema auf die Tagesordnung kam: Kai Kühnel (Bündnis für Dachau), der als Architekt den Neubau entworfen hatte. Doch auf seiner Internetseite bezieht Kühnel klar Stellung: Er listet die Argumente der BI auf und widerlegt sie. Schlussendlich folgert er: „Herr Maier weiß das, deswegen nenne ich ihn einen Lügner.“

Nina Praun

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