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Tim McMillan gibt Gratis-Konzert vor der Dachauer Kultur-Schranne

Einzigartig und ungezähmt

Er ist ein Ausnahmekünstler - und seit einigen Tagen auch Dachauer. Tim McMillan bedankte sich für die Gastfreundschaft mit einem Gratis-Konzert.

Dachauer auf Zeit: Gitarrist Tim McMillan

© kn

Dachauer auf Zeit: Gitarrist Tim McMillan

Einzigartig. Das trifft am ehesten zu. Musiker werden gerne einem bestimmten Genre zugeordnet. In einer Schublade verstaut und bei Bedarf wieder herausgekramt. Doch für Tim McMillan passt keine Schublade. Er ist überall und doch nirgendwo einzuordnen.

„Goblincore“ (Goblin bedeutet Kobold) würde der Australier auf seine Schublade schreiben. Die Bezeichnung hat er sich selbstausgedacht für das ungezähmte, fantastische Element seiner Musik.

McMillan vereint eine Vielzahl von Stilen: Australian Folk, Free Jazz, Klassik, Blues und eine gesunde Prise Heavy Metal beeinflussen seine Musik. Der Gitarrist versteht es nicht nur, die Genre-Grenzen zu sprengen. Er ist auf seinem Instrument ein Virtuose, ein Ausnahmekönner.

Mit seinen eigenwilligen Klängen verzauberte er die Menschen vor der Kultur-Schranne. Das Gratis-Konzert im Freien war seine Idee, sein Dank für die Dachauer Gastfreundschaft. Seit Freitag bewohnt McMillan für die nächsten sechs Monate zusammen mit seinem Bassisten und Musikerkollegen Brad Lewis eine Künstlerwohnung in der Ruckteschell-Villa. Auf Initiative von Tollhaus-Organisator und Stadtrat Kai Kühnel vergab die Stadt ein Stipendium an die beiden Künstler. Im Gegenzug wollen die Australier Musik-Workshops für Schüler und junge Gitarristen anbieten, und treten auf ihrer Tour als Botschafter für die Stadt Dachau auf.

In ihrer Dachauer Zeit soll ihr drittes Album entstehen. Teile davon präsentierten McMillan und Lewis schon jetzt den Dachauern. Mit viel Charme und Humor leitete der 31-Jährige seine Lieder auf der Akustikgitarre ein. Eigenkompositionen und fast bis zur Unkenntlichkeit abgewandelte Coverversionen prägen das Repertoire. Den Led-Zeppelin-Klassiker „Stairway To Heaven“ stimmt er bei jedem Konzert an – der Stil ist jedes Mal ein anderer. Diesmal entgingen die Zuhörer der Viking Metal Version und bekamen eine jazzinspirierte Variante des Welthits zu hören.

Dabei setzt McMillan nur selten auf Gesang, das meiste sind Instrumentalstücke. Trotz vereinzelter Regenschauer strömten immer mehr neugierige Zuschauer zum Schrannenplatz. Und jeder erkannte: Dieser Musiker besitzt eine rare Eigenschaft: Er ist einzigartig.

von Dominik Göttler

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