Burgi, Bärbi und Moni als „beste Schwestern“ auf der Bühne in Weichs. foto: nefzger

Bisschen Politik neben dem Kochen

Weichs - Sie nehmen kein Blatt vor den Mund - dafür sind die Wellküren bekannt. Die Geschwister Bärbi, Burgi und Moni begeistern in Weichs mit hintersinnigem Wortwitz und derben Sprüchen.

Es war das erste Gastspiel der Wellküren in Weichs. Dementsprechend schnell ausverkauft war der Saal des Weichser Sport- und Bürgerhauses bei der vom Kulturressort organisierten Veranstaltung.

Seit 26 Jahren stehen die drei Well-Schwestern Bärbi, Burgi und Moni aus der Gemeinde Oberschweinbach gemeinsam auf der Bühne. Und bis heute haben sie nichts ihrer Anziehungskraft, geschweige ihrem kabarettistischen Können eingebüßt. Sie glänzen an ihren verschiedenen Musikinstrumenten, mit ihrem Gesang und dem hintersinnigem bayerischen Wortwitz, wobei zwischendurch auch schon mal besonders derbe Sprüche nicht fehlen. Bayern, das liegt ihnen scheinbar einfach am Herzen und unüberhörbar im Mund: „Mia warn schon bayerisch, do hod’s Weichs no gor ned gem“. Überhaupt verstanden die Schwester es immer wieder, örtliche Gegebenheiten in ihr Programm mit einzubeziehen. Nachdem sie sich in ihrer Heimatgemeinde Oberschweinbach für so manches Projekt fast aufgeopfert haben und dadurch alles zum Besten geworden ist, wollen sie sich jetzt mehr auf Bayern konzentrieren. Sie wollen den Freistaat Bayern retten. Sie sehen sich als wahre Schwesternpartei, allein schon, weil zu ihnen keine Brüder gehören. Moni will dabei als bayerische Ministerpräsidentin kandidieren.

Die Drei wollen das bisschen Politik, weil ja sowie fast alles in Brüssel entschieden wird, zu Hause neben dem Kochen machen. In den Wahlkampf soll ein uraltes bayerisches Musikinstrument eingebunden werden, das die drei Schwestern unterschiedlich bezeichneten: „Drumscheid“, „keltische Fruchtbarkeitsgeige“ und „Nonnentrompete“. Es kommt, so war zu hören, ursprünglich aus der Schweiz - „ein kleiner Schurkenstaat“. Seit sie mit diesem Instrument auftreten, wurde in all den 26 Jahren nur eine Zugabe gefordert - „des war in Österreich“. Bayern sehen die Schwestern als politische Katastrophe, wo die Schwarzen immer grüner werden, in der katholischen Kirche alle pädophil sind, und die Evangelischen saufen und sich auch noch erwischen lassen.

Um die Geburtenrate zu steigern, schlugen sie vor, den 8. Dezember (Maria Empfängnis) als Feiertag einzuführen. Immer wieder war von den Wellküren zu hören, für was Stubenmusi alles gut ist: zur Steigerung der Geburtenzahl, sie hilft beim Glauben, gegen hormonelle Demenz und in Ehekrisen. Die Bandbreite derer war groß, die bei den drei Powerfrauen mit ihrem urbayerischen Charme nicht gerade gut wegkamen. „Mia san des neie Kabinett“, stellten die Wellküren in Aussicht, „bei uns wird garbat, und ned bloß gredt“. Man konnte auch erfahren, dass Bayern und China sprachlich viel gemeinsam haben, „wohin kama mit dem Dalai Lama?“

Auch wenn alles einmal vergeht, da waren sie sich ganz einig: Glaube, Hoffnung und Liebe bleiben - „Mia Drei retten Bayern. Weil mia san weiß-blau.“ Da klatschten auch die Besucher, die nicht gerade weiß-blau sind. (nef)

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