Freizeitgelände in der Kritik - Bürgermeister verteidigt Pläne

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    • 27.02.13
    • Markt Indersdorf
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Freizeitgelände in der Kritik - Bürgermeister verteidigt Pläne

Indersdorf - Es ist der größte Indersdorfer Verein. 1222 Mitglieder sporteln derzeit beim TSV. Bald soll neben dem Sportgelände eine Jugendfreizeitanlage entstehen. Doch davon war der TSV-Vorsitzende bei der Hauptversammlung nicht nur begeistert.

Urkunden für die treuen Mitglieder: TSV-Chef Bernhard Wetzstein (r.) ehrte (v.l.) Josef Fuchsbichler (40 Jahre), Alwin Breitenberger (50 Jahre) und Christian Weisenburger (25). cb

Urkunden für die treuen Mitglieder: TSV-Chef Bernhard Wetzstein (r.) ehrte (v.l.) Josef Fuchsbichler (40 Jahre), Alwin Breitenberger (50 Jahre) und Christian Weisenburger (25). cb

Bernhard Wetzstein steht am Rednerpult und schüttelt den Kopf. Der TSV-Vorsitzende ist irritiert. Und zwar gewaltig. Und zwar wegen dem, was bald neben seinen TSV-Sportanlagen entstehen soll: dem Jugendfreizeitgelände - nicht nur wegen dem Gelände, vielmehr wegen der Summe, die die Gemeinde dafür ausgeben will.

„Wir finden es toll, dass hier etwas für Jugendliche entstehen soll, die nicht in Vereinen organisiert sind“, sagt Wetzsein. Aber: „Als Verein haben wir kein Verständnis dafür, dass hier so viel Geld in die Hand genommen wird.“ Rund 700 000 Euro standen nach der jüngsten Gemeinderatssitzung für das Projekt im Raum (wir haben berichtet).

Wetzstein betreut im TSV derzeit 1222 Mitglieder, davon sind 616 unter 18 Jahren. Das meiste muss der Verein aus eigener Tasche zahlen, für manches gibt es Zuschüsse von der Gemeinde - wie für die Sanierung der Umkleidekabinen (Bericht folgt). „Wir fühlen uns in unserer Arbeit sonst einfach nicht wertgeschätzt, wenn dort soviel Geld gelassen wird.“ Wetzstein hofft, dass sich Kommunalpolitiker auf eine moderatere Summe einigen.

Darauf muss er allerdings nicht lange hoffen - denn „keiner der Gemeinderäte will soviel für das Freizeitgelände ausgeben“, betont Bürgermeister Josef bei der TSV-Hauptversammlung. Er sagt ganz bewusst nur Freizeitgelände. Ohne Jugend. Denn: „Das Ganze solle eine Anlage für alle werden. Ältere können hier zum Beispiel Boccia spielen.“ Auch Erwachsene könnten Beachvolleyball spielen. Dazu müsse man ja kein Jugendlicher sein. „Ich denke, da drüben entsteht etwas sehr schönes. Und zwar nicht nur für Jugendliche - das wird eine Bereicherung für den gesamten Sportbereich.“

Was die Kosten für das Gelände betrifft, entwarnte Kreitmeir: Mehr als 300 000 Euro will die Gemeinde nicht ausgeben. Die Hälfte der Kosten kommt als Förderung von der EU. „Das teuerste sind sowieso die Maßnahmen für den Hochwasserschutz“, sagte Kreitmeir. Denn das Gelände liegt wie die TSV-Anlagen im Überschwemmungsgebiet. Das ärgert auch Werner Plabst von den Tennislern: „Ich versteh’ einfach nicht, wieso man sich für dieses Projekt schon wieder das ungeeignetste Gebiet rausgesucht hat und so Geld verschleudert.“

Der Kritik widersprach Kreitmeir vehement: „Wir haben das sorgfältig geprüft und planen lassen. Woanders ist allein der Grund viel zu teuer. Auf alle Fälle müssen wir jetzt die Chance packen und die immensen Fördermittel nutzen“. Damit bald neben den TSV-Anlagen ein Freizeitgelände für Alle entsteht.

Christiane Breitenberger

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