Dachau - Dass ein Leben ohne Musik für sie nur das halbe Leben ist, glaubt man diesen jungen Leuten sofort: Im Additumskonzert zeigten die Abiturienten des JEGs, dass sie kreativ, spontan und teamfähig sind - und ganz nebenbei auch noch hervorragend musizieren können.

Die erste Liebe und auch die letzte ist für die JEG-Schüler eindeutig: die Musik. Foto: sch
Die Liebe zur Musik äußerte sich nicht nur im Konzerttitel „Music was our first love and will be our last“, sondern veranlasste die Q12-Schüler des Josef-Effner-Gymnasiums, T-Shirts mit diesem Slogan anfertigen zu lassen. Was gut aussieht, aber ein rechtes „Gschiss“ war, wie Simon Wittmann mitteilte - so aber fand der Teamgedanke also auch in der einheitlichen Kleidung seinen Ausdruck.
Bemerkenswert an diesem rundum glücklichen Konzert war, dass viele Stücke aufgeführt wurden, an denen alle Q12-Schüler beteiligt waren. Die Zusammenarbeit scheint in dieser Jahrgangsstufe bestens zu funktionieren. Diesen Schluss ließ auch die Moderation von Jana Burghart und Simon Wittmann zu. Sie führten frisch und einfallsreich durchs Programm und gaben Informationen über die Vorbereitung. Weil es in der Q11 nur fünf Musikabiturienten gibt und fraglich ist, ob 2013 ein Additumskonzert stattfinden wird, hatten drei Schülerinnen den Mut, bei den „Großen“ mitzumachen. Um das Programm rund zu machen, wurden auch drei weitere, sehr musikalische Schüler beteiligt.
Das musikalische Spektrum reichte von barocker Klassik bis zur Eigenkomposition, vom Kammerorchester bis zum Sologesang. Die von den Schülern selbst geschriebenen Stücke wurden bereits auf einer schuleigenen CD verewigt. Diese fand dank Simon Wittmanns beharrlicher Werbetrommel in der Konzertpause reißenden Absatz. Simons Opa kaufte die 20. CD, was dem Enkel eine gewonnene Wette einbrachte.
Die Klassik-Abteilung bedienten die Streicher mit Johann Pachelbels barockem „Kanon“ und das Q11-Trio mit einer kleinen Sonate von Georg Friedrich Händel in h-moll. Hervorragend, weil gefühlvoll vorgetragen, war Ebrar Cuhadars Saxophonrezital „Arie“ mit Klavierbegleitung.
Dass sie alle Musik im Blut haben, bewiesen die Q12-Schüler in Simon Wittmanns Komposition „We got Rhythm“. Der Schlagzeuger, hat das wirbelnde Trommelstück seinen acht Mitschülern auf den Leib geschrieben. Gewidmet hat er es seiner Freundin Chiara. Talentiert ist auch Nicolas Stegmann. Der „Teufelsgeiger“ am JEG liebt nicht nur die Musik, sondern auch Taekwondo und Kochen. Koreanischer Seetang-Reis ist der Namensgeber von „KimBab“, einer jazzig swingenden Komposition mit Bass-, Schlagzeug- und Klaviersoli und einem munteren Dialog zwischen Geige und Saxophon als Herzstück.
In der sehnsüchtigen Méditation von Jules Massenet zeigte Nico Stegmann, dass er auch Klassik beherrscht. In den Arrangements zu Titeln von „Apocalyptica“ setzten sich die Abiturienten ernsthaft mit orchestraler Rockmusik auseinander. Herzerfrischend war der Swingdance des Affen King Louie aus dem Dschungelbuch, in dem die Geigen als Ukulelen herhalten mussten. Als letztes Stück spielten alle „The Pirates of Zimmer“, das mehrere bekannte Filmmusikstücke beinhaltet.
Mit einer mitreißenden Dschungelbuch-Zugabe verabschiedeten sich die Musiker nach und nach. Der Pianist machte als Letzter das Licht aus, was das Publikum allerdings nicht gelten ließ. Mit einer Wiederholung von „KimBab“ swingte die JEG-Aula zum letzten Mal.
Mitwirkende der Q12: Sophie Aeckerle (Sopran, Klavier,Bratsche), Jana Burghart (Gitarre, Mandoline, Ukulele), Ebrar Cuhadar (Saxophon), Valentin Henneberger (Klavier), Sarah Kreß (Geige), Helena Schneider (Cello), Nicolas Stegmann (Geige), Robin Storm (Cello), Simon Wittmann (Schlagzeug). Mitwirkende der Q11: Sophia Gabel (Klavier),k Helene Middelhauve (Cello), Marie-Luise Schneider (Flöte). Gäste: Daniel Greiner(E-Bass), Stefan Gröschner und Sarah Wirth (Klavier).
(sch)
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