Dachau - Sie singt Lieder von Sehnsucht und enttäuschten Hoffnungen - und trotzdem ist das Letzte, was ihre Musik bei den Zuhörern auslöst, Traurigkeit oder Selbstmitleid. Denn dafür ist Guro von Germetens Musik einfach viel zu schön.

„Ertränke mich“, singt Guro von Germeten im Gramsci – ein Wunsch, der hoffentlich nie in Erfüllung geht. Foto: flg
Allein der Name ist Musik: Guro von Germeten. Aber nicht nur, weil die Norwegerin einen so wohlklingenden Namen hat, nebenbei bemerkt unglaublich sympathisch ist, sondern auch eine wunderbare Musikerin, ist der Frau zu wünschen, dass ihre in ihrem Lieblingslied zum Ausdruck kommende Sehnsucht „Drown me, Sailor“ (Ertränke mich, Seefahrer) nie in Erfüllung geht. Im Café Gramsci ging Guro von Germeten jedenfalls nicht unter. Im Gegenteil: Sie schwamm auf einer Bugwelle der Begeisterung.
Noch knapp zwei Stunden nach ihrer letzten Zugabe steht Guro von Germeten an der Bar und unterhält sich mit einigen Konzertbesuchern - sie nippt an einem Glas Rotwein, lacht gern und viel und schwärmt davon, wie gut ihr der Auftritt in dem kleinen Café gefallen hat. Zuvor hatte sie mit ihrer tollen Stimme und ihrem roten Akkordeon dafür gesorgt, dass die ohnehin schon nicht eben kurze Geschichte vom Gramsci als Konzertort für herausragende Künstler um eine bittersüße Episode erweitert werden muss.
Gut, es mag Abende geben, an denen „man einfach allein eine Flasche Wein trinken muss, um zu bestehen“, wie Guro von Germeten den Inhalt ihres Lieblingslieds „Drown me, Sailor“ beschreibt. Aber die Konzertabende der Norwegerin gehören nicht dazu. Da ist das flaschenweise Weintrinken kein Muss. Es kann aber durchaus einfach so passieren. (flg)
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