Dachau - Sie zahlen für den Stellplatz - und können dort trotzdem nicht parken. Denn jedes Mal, wenn Christian Gaiser oder seine Freundin eines ihrer beiden Autos an der zugewiesenen Stelle stehen lassen, werden die Reifen zerstochen.

Jetzt reicht’s: Zum dritten Mal wurden die Autoreifen von Christian Gaiser (Foto) und seiner Freundin zerstochen. Foto: be
Seit Oktober hat der Unbekannte fünfmal auf den Stellplätzen des Mehrfamilienhauses in der Prinz-Adalbert-Straße 5 in Dachau zugeschlagen, das letzte Mal am vergangenen Wochenende. „Ich hab seit langer Zeit dort mal wieder geparkt, weil es nur für eine Nacht sein sollte - prompt hat er wieder zugeschlagen“, ärgert sich Christian Gaiser (44). Alle vier Reifen seines Fiat Punto sind platt - zerstochen mit einem „langen spitzen Gegenstand“, wie Gaiser vermutet. Denn man sehe keine Einstichstelle und die Luft entwich ganz langsam, wie nach der ersten Attacke ein Automechaniker bei der Überprüfung festgestellt hatte, erzählt Gaiser.
Seine Freundin Anja Gottschalk und er sind nicht die einzigen Opfer: Auch ihre Nachbarin wurde schon zweimal vom Reifenstecher heimgesucht - innerhalb von nur zwei Wochen. Ihr gehört der dahinterliegende Stellplatz. „Sie hat ihn deswegen jetzt gekündigt“, erzählt der 44-Jährige. Die beiden Stellplätze befinden sich neben der Hofeinfahrt. Sie stören weder beim Einfahren noch behindern sie einen Bewohner in nachvollziehbarer Weise. Mehrere Fenster des Hauses schauen genau auf die beiden Parkplätze, doch bemerkt hat niemand etwas - schließlich schlägt der Täter nachts zu. Und das, obwohl in der Einfahrt ein Bewegungsmelder installiert ist. „Da geht sofort das Licht an“, weiß Gaiser. Einmal hat sich der 44-Jährige bereits drei Stunden lang auf die Lauer gelegt - schließlich kann auch er aus einem Fenster auf den Stellplatz sehen. „Da war natürlich nichts.“ Er vermutet, dass der Unbekannte immer zwischen ein und vier Uhr nachts zuschlägt.
Die Betroffenen haben bei der Polizei schon mehrere Strafanzeigen wegen Sachbeschädigung erstattet. „Wir ermitteln gegen unbekannt“, bestätigt Michael Richter von der PI Dachau.
Christian Gaiser und seine Freundin parken ihre Autos nun direkt in der Prinz-Adalbert-Straße. Schließlich können und wollen sie sich nicht regelmäßig neue Reifen leisten. Die Versicherung kommt nämlich nicht für den Schaden auf, der sich stets auf rund 500 Euro beläuft.
„Reine Reifenschäden werden auch von einer Vollkaskoversicherung nicht abgedeckt“, erklärt Holger Brendel, Sprecher der Huk-Coburg. Diese würde bei mutwilliger Zerstörung nur greifen, wenn das Auto weitere Schäden aufweisen würde. „Zum Beispiel eine abgebrochene Antenne“, so Brendel. (sue)
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