Dietramszell - Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Dienstag eine Sanierung des Ascholdinger Wassernetzes abgelehnt, obwohl die Bürgermeisterin und die Verwaltung dies für nötig halten.
Nach der Abstimmung war Leni Gröbmaier sichtlich verärgert. „Bis zur nächsten Sitzung erwarte ich vom Gemeinderat konstruktive Vorschläge, wie man die Wasserverluste in Ascholding einzudämmen gedenkt“, sagte sie. Ihr eigener Vorschlag, die Erneuerung des Wassernetzes im Sommer, war soeben durchgefallen. Zehn zu zehn war die Abstimmung ausgegangen. Es hatte sich keine Mehrheit gefunden.
Die Grundidee schien einleuchtend: Wenn das Straßenbauamt Weilheim im Sommer die Hauptstraße erneuert, sollte auch gleich das Wassernetz saniert werden, das der Verwaltung gleich aus mehreren Gründen Kummer bereitet. Zum einem sind die Wasserverluste enorm, bis zu 40 Prozent. „Die Verluste haben ein Ausmaß angenommen, dass die Qualität des Wassers nicht mehr gewährleistet ist“, sagte sie. Außerdem erstrecken sich die Leitungen teils über drei, vier Grundstücke und sind insofern „ungünstig situiert“, wie Bauamtsleiter Stefan König sagte. Das bedeutet: Wenn irgendwo ein Schaden auftritt, muss in mehreren Grundstücken gebuddelt werden, auch, weil sich die PVC-Rohre schwer zu orten sind.
Wohlgemerkt: Hätten. Denn das Gremium kippte den Plan. Josef Hauser, selbst Ascholdinger, beschwerte er sich über die Eigenmächtigkeit der Verwaltung. „Die Vorgeschichte ist schon ärgerlich“, sagte er. „Ja, es ist ein Fehler gemacht worden, aber es ist doch die Frage, ob das in die Entscheidung miteinfließen muss“, konterte Gröbmaier.
Tat es aber. Nach der Abstimmung war Stefan König einen kurzen Moment sprachlos - und zeigte gleich die Konsequenzen auf. „Wir müssen morgen sofort die Ausschreibung stoppen, auch Schadensersatz steht im Raum.“ Und das Staatliche Bauamt in Weilheim will er ebenfalls kontaktieren, um sie zu einer Verschiebung der Maßnahme zu bewegen. „Sonst“, ergänzte Leni Gröbmaier, „ist die Erneuerung des Wassernetzes für die nächsten 25 Jahre gestorben.“ (vu)
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